Du willst eine eigene Bar eröffnen? Gute Idee — wenn Konzept, Standort und Finanzierung stimmen. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, welche Voraussetzungen du brauchst, mit welchen Kosten du rechnen musst, welche Genehmigungen Pflicht sind und wie du typische Anfängerfehler vermeidest. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung.

Eine eigene Bar eröffnen — das klingt nach Freiheit, guten Abenden und einem Geschäft, das Spaß macht. Tatsächlich kann eine Bar ein tragfähiges Geschäftsmodell sein. Aber nur, wenn Konzept, Standort, Kalkulation und operative Disziplin zusammenpassen.
Die Nachfrage allein reicht nicht. In Deutschland gibt es rund 33.000 Schankwirtschaften — der Wettbewerb ist hoch, die Margen sind oft knapp. Wer erfolgreich eine Bar aufmachen will, braucht mehr als eine gute Idee: einen klaren USP(Alleinstellungsmerkmal), eine realistische Kostenplanung und die Bereitschaft, dauerhaft abends, nachts und am Wochenende zu arbeiten.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren: ein durchdachtes Konzept, eine wirtschaftlich passende Lage, solide Finanzierung und ein funktionierendes Team. Die größten Risiken: zu hohe Miete, zu optimistische Umsatzplanung, unterschätzte Genehmigungsverfahren und fehlende Liquiditätsreserven.
👉 Tipp: Frag dich ehrlich — bist du bereit, mindestens 50–60 Stunden pro Woche in deinen Betrieb zu stecken, auch wenn die Einnahmen in den ersten Monaten hinter den Erwartungen bleiben? Wenn ja, lohnt sich der nächste Schritt: die Voraussetzungen prüfen.
Für die Eröffnung einer Bar gibt es in Deutschland keine vorgeschriebene Ausbildung. Trotzdem scheitern viele Gründungen an fehlender Vorbereitung — nicht an fehlenden Abschlüssen.
Wer eine Bar betreibt, steht oft bis spät in der Nacht hinter der Theke, führt ein Team und ist gleichzeitig Gastgeber, Einkäufer und Troubleshooter. Das erfordert Belastbarkeit, Kommunikationsstärke und ein echtes Interesse am Gastgewerbe.
Praktische Erfahrung in der Gastronomie ist kein Muss, aber ein großer Vorteil. Wer Abläufe an der Bar kennt — vom Getränkeservice über die Warenwirtschaft bis zur Gästeführung — trifft bessere Entscheidungen.
Viele Barbetreiber unterschätzen den betriebswirtschaftlichen Teil. Du brauchst ein Grundverständnis für Kostenkontrolle, Wareneinsatz, Liquiditätsplanung und Personalführung. Wer diese Kompetenz nicht selbst mitbringt, sollte sie gezielt zukaufen — etwa durch einen Steuerberater oder einen erfahrenen Geschäftspartner.
⚠️ Achtung: Auch eine nebenberufliche Bargründung ist grundsätzlich möglich, aber in der Praxis extrem anspruchsvoll. Die Öffnungszeiten einer Bar liegen meist abends und nachts. Das verträgt sich selten mit einem Vollzeitjob. Prüfe vorab, ob dein Arbeitsvertrag eine Nebentätigkeit erlaubt, und plane realistisch.
Ein Barkonzept funktioniert nur, wenn Bartyp, Zielgruppe, Preisniveau und Atmosphäre zusammenpassen. Bevor du einen Standort suchst oder einen Businessplan schreibst, muss die Positionierung stehen.
Bevor du dich für einen Bartyp entscheidest, analysiere die Zielgruppe in deiner Stadt oder deinem Viertel. Wer lebt dort? Welche Altersgruppe dominiert? Was fehlt im Angebot? Ein klar definierter USP unterscheidet dich vom Wettbewerb — das kann ein besonderes Getränkekonzept sein, ein ungewöhnliches Interieur oder ein regelmäßiges Eventformat.
Die Idee allein reicht nicht — du brauchst eine ehrliche Prüfung, ob dein Barkonzept am gewünschten Standort wirtschaftlich funktioniert. Stell dir dafür fünf Fragen:
💡 Merke: Teste dein Konzept vor der Unterschrift unter den Mietvertrag — zum Beispiel durch ein Pop-up-Event, Gespräche mit potenziellen Gästen oder eine kleine Umfrage in der Nachbarschaft. Was auf dem Papier funktioniert, muss nicht in der Realität bestehen.
Der Standort ist einer der stärksten Erfolgshebel — aber nur, wenn er zu deinem Konzept passt. Eine teure Innenstadtlage ist nicht automatisch besser als ein gut angebundenes Szenequartier.
Zentrale Standortfaktoren:
Bevor du einen Mietvertrag unterschreibst, solltest du drei Punkte belastbar klären — nicht schätzen, sondern prüfen:
⚠️ Achtung: Die typische Fehlentscheidung ist, sich in eine „coole Lage" zu verlieben, ohne die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Entscheide auf Basis von Zahlen — nicht auf Basis von Bauchgefühl.
Der Businessplan ist nicht nur ein Dokument für die Bank. Er zwingt dich, Konzept, Kosten, Umsätze und Risiken realistisch zu modellieren. Genau an dieser Stelle scheitern viele Bargründungen, bevor sie überhaupt starten.
Der kritischste Teil ist die Finanzplanung. Kalkuliere deinen Wareneinsatz (in Bars typischerweise 20–30 % des Umsatzes), die Personalkosten (30–40 %) und die Fixkosten (Miete, Energie, Versicherungen). Daraus ergibt sich dein Break-even — der Punkt, ab dem deine Bar Gewinn macht.
👉 Tipp: Rechne mit drei Szenarien — optimistisch, realistisch und pessimistisch. Wenn dein Konzept nur im optimistischen Szenario funktioniert, ist das Risiko zu hoch. Plane außerdem einen Liquiditätspuffer für mindestens drei bis sechs Monate ein.
Wer in Deutschland eine Bar mit Alkoholausschank betreibt, muss grundsätzlich verschiedene gewerbe-, gaststätten- und ordnungsrechtliche Anforderungen erfüllen. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune — deshalb ist eine frühzeitige Abstimmung mit den lokalen Behörden in der Praxis unverzichtbar.
Jede Bargründung beginnt mit der Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt. Die Kosten liegen in der Regel bei 20–60 €. Parallel dazu erfolgt die steuerliche Erfassung beim Finanzamt — du erhältst eine Steuernummer und wirst umsatzsteuerlich erfasst.
Die Wahl der Rechtsform (Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH) beeinflusst deine Haftung, Steuerlast und Buchführungspflichten. In vielen Fällen starten Bargründer als Einzelunternehmer — bei höherem Kapitaleinsatz oder mehreren Gesellschaftern kann eine UG oder GmbH sinnvoll sein.
Für den Ausschank alkoholischer Getränke brauchst du in den meisten Bundesländern eine Gaststättenerlaubnis (oft auch Gaststättenkonzession oder Schanklizenz genannt). Dafür sind in der Regel folgende Unterlagen nötig:
💡 Merke: Für rein alkoholfreie Betriebe (z. B. Saftbar, Smoothie-Bar) ist nach dem Gaststättengesetz grundsätzlich keine Gaststättenerlaubnis erforderlich. Die Gewerbeanmeldung bleibt aber Pflicht.
Viele Genehmigungsfragen hängen von lokalen Regelungen ab, die sich von Stadt zu Stadt unterscheiden. Kläre deshalb frühzeitig — am besten vor dem Mietvertrag — folgende Punkte direkt mit dem zuständigen Ordnungsamt oder der Gewerbebehörde:
Ein kurzes Erstgespräch beim Ordnungsamt kostet nichts, kann aber Wochen an Verzögerung und unnötige Kosten verhindern.
⚠️ Achtung: Die Bearbeitungszeiten für Genehmigungen variieren stark — in Großstädten können allein für die Gaststättenerlaubnis mehrere Wochen bis Monate vergehen. Plane diesen Vorlauf unbedingt in deinen Zeitplan ein. Im Zweifelsfall lohnt sich eine Erstberatung beim zuständigen Ordnungsamt oder der IHK.
Bei der Bargründung werden die Kosten fast immer unterschätzt. Entscheidend ist eine saubere Trennung in einmalige Investitionen, Anlaufkosten und laufende Ausgaben — erst dann wird die Gründung planbar.
Gesamtrahmen für eine mittelgroße Bar (50–100 m²): In der Praxis liegt die Anfangsinvestition meist zwischen 50.000 und 120.000 € — je nach Konzept, Standort und Zustand der Räumlichkeiten.
Die wichtigsten Positionen im laufenden Betrieb:
👉 Tipp: Plane einen Liquiditätspuffer für mindestens drei, besser sechs Monate ein. Gerade in der Anlaufphase liegen die Einnahmen oft unter den Erwartungen — ohne Reserve wird es schnell kritisch.
Ohne gesicherte Finanzierung scheitert selbst ein gutes Konzept. Eigenkapital ist hilfreich, aber nicht immer zwingend — entscheidend ist, dass Konzept, Sicherheiten und Kostenrahmen für Geldgeber plausibel sind.
Eine Bar ohne Eigenkapital zu eröffnen ist grundsätzlich möglich, aber mit deutlich höherem Risiko verbunden. Realistische Wege:
⚠️ Achtung: „Bar ohne Eigenkapital" klingt attraktiv, bedeutet aber in der Regel höhere Zinslast, weniger Verhandlungsspielraum bei Mietverträgen und eine dünnere Sicherheitsdecke. Prüfe realistisch, ob das wirtschaftlich tragfähig ist.
Eine Bar scheitert nicht nur an Konzept oder Geld, sondern oft an der operativen Umsetzung. Bevor du die Türen öffnest, müssen Einrichtung, Abläufe, Team und Lieferanten stehen.
Die Einrichtung muss zum Konzept passen — eine Cocktailbar braucht eine andere Atmosphäre als eine Sportsbar. Die wichtigsten Entscheidungen betreffen Bartheke (Herzstück des Betriebs), Beleuchtung (warmweiß, dimmbar), Möbel (Qualität vor Quantität) und Musikanlage.
Vergiss nicht die funktionalen Grundlagen: Kühlung, Lagerraum, Sanitäranlagen, Arbeitswege hinter der Theke und Barrierefreiheit nach den geltenden Bauvorschriften.
Plane deinen Personalbedarf anhand der Öffnungszeiten, Gästezahl und Servicelevel. Für eine mittelgroße Bar brauchst du in der Regel mindestens 2–4 Servicekräfte plus dich selbst. Gute Barkeeper sind gefragt — investiere in eine strukturierte Einarbeitung mit klaren Abläufen für Service, Getränkeherstellung, Kassenbedienung und Hygiene.
Vergleiche Lieferanten für Getränke, Zutaten und Verbrauchsmaterial sorgfältig. Brauerei-Bindungsverträge können attraktive Konditionen bieten (z. B. günstige Zapfanlage), schränken aber die Sortimentsfreiheit ein.
Definiere vor dem Opening die wichtigsten Betriebsprozesse: Schichtpläne, Kassenschluss, Bestellrhythmus, Reinigungsroutinen und Inventur. Je klarer die Abläufe vor der Eröffnung stehen, desto weniger Chaos in den ersten Wochen.
💡 Merke: Ein modernes Kassensystem spart im Tagesgeschäft viel Zeit — von der Abrechnung über die Umsatzauswertung bis zur Warenwirtschaft. Plane diesen Posten als festen Bestandteil deiner Betriebsausstattung ein.
Gute Bars füllen sich nicht automatisch. Gerade in den ersten Monaten braucht es sichtbares Marketing, ein starkes Eröffnungskonzept und regelmäßige Gründe für Besuche.
Vor der Eröffnung:
Nach der Eröffnung:
👉 Tipp: Mundpropaganda ist der stärkste Kanal — aber sie muss verdient werden. Überrasche Gäste mit gutem Service, nicht nur mit guten Drinks.
Die meisten Fehler entstehen nicht durch eine einzelne falsche Entscheidung, sondern durch unrealistische Planung. Hier die häufigsten Stolperfallen:
⚠️ Achtung: Auch der persönliche Aufwand wird häufig unterschätzt. Abende, Nächte, Wochenenden — als Barbetreiber bist du dauerhaft im Einsatz. Plane Erholungszeiten bewusst ein.
Du brauchst ein Barkonzept, einen Businessplan, die passende Finanzierung und verschiedene Genehmigungen — insbesondere eine Gewerbeanmeldung und in den meisten Bundesländern eine Gaststättenerlaubnis. Dazu kommen eine IHK-Gaststättenunterrichtung und eine Gesundheitsbelehrung. Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, praktische Gastronomieerfahrung ist aber ein klarer Vorteil.
Für eine mittelgroße Bar (50–100 m²) liegen die Gründungskosten in der Praxis meist zwischen 50.000 und 120.000 €. Die Spanne hängt vom Standort, Zustand der Räumlichkeiten, Bartyp und Ausstattungsniveau ab. Hinzu kommen laufende monatliche Kosten für Miete, Personal, Wareneinsatz und Energie.
Grundsätzlich ja — über Bankkredite, Fördermittel, Investoren oder die Übernahme einer bestehenden Bar. In der Praxis erwarten Banken aber in der Regel einen Eigenkapitalanteil von mindestens 15–20 %. Ohne Eigenkapital steigt das Risiko erheblich: Die Zinslast ist höher, der Verhandlungsspielraum bei Mietverträgen geringer und der finanzielle Puffer für die Anlaufphase fehlt. Wer diesen Weg geht, sollte umso konservativer kalkulieren und einen lückenlosen Businessplan vorlegen können.
Das hängt stark vom Konzept, Standort und der Kalkulation ab. Die Margen im Getränkeverkauf sind grundsätzlich höher als in der Speisegastronomie — bei Cocktails oder Spirituosen können Aufschläge von 300–500 % realistisch sein. Gleichzeitig ist die operative Belastung hoch: Abend- und Nachtarbeit, Wochenendschichten, Personalführung und ein enger Kostenrahmen gehören zum Alltag. Eine gut positionierte Bar mit klarem USP und einer treuen Stammkundschaft kann wirtschaftlich attraktiv sein — aber die Anlaufphase dauert oft 6–12 Monate, und nicht jedes Konzept überlebt sie.
Grundsätzlich möglich, aber in der Praxis sehr anspruchsvoll. Die typischen Öffnungszeiten einer Bar (abends und nachts) kollidieren oft mit einem Hauptjob. Prüfe vorab, ob dein Arbeitsvertrag eine Nebentätigkeit erlaubt, und plane realistisch ein, dass du auch tagsüber Einkauf, Behördengänge und Organisation erledigen musst.
Die Begriffe werden umgangssprachlich oft synonym verwendet. Korrekt bezeichnet die Gaststättenerlaubnis (auch Gaststättenkonzession) die behördliche Genehmigung zum Betrieb einer Gaststätte mit Alkoholausschank. „Schanklizenz" ist kein offizieller Rechtsbegriff, meint aber in der Regel dasselbe. Die Gaststättenerlaubnis umfasst dabei mehr als nur den Alkoholausschank — sie regelt den gesamten Gaststättenbetrieb.
Für den reinen Ausschank alkoholfreier Getränke ist nach dem Gaststättengesetz grundsätzlich keine Gaststättenerlaubnis erforderlich. Die Gewerbeanmeldung bleibt aber Pflicht. Ebenso gelten die allgemeinen Hygienevorschriften und ggf. baurechtliche Auflagen — auch ohne Alkohol im Sortiment.

Eine Bar zu eröffnen ist ein Vorhaben, das Planung, Kapital und Durchhaltevermögen erfordert — aber bei sauberer Umsetzung ein wirtschaftlich attraktives Geschäftsmodell sein kann.
Die wichtigsten Stellschrauben: ein klares Konzept, das sich vom Wettbewerb unterscheidet. Ein realistischer Businessplan, der auch das pessimistische Szenario aushält. Ein Standort, der zur Zielgruppe passt — nicht nur zur eigenen Vorstellung. Und eine Finanzierung, die genug Spielraum für die Anlaufphase lässt.
Wer sich die Zeit nimmt, diese Grundlagen sauber aufzusetzen — von der Gewerbeanmeldung über die Gaststättenerlaubnis bis zur Eröffnungskampagne — schafft die beste Basis für einen erfolgreichen Start.
lg Christian und das Team von shoperate
Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.
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