Die Steuernummer bekommst du vom Finanzamt, sobald deine Tätigkeit steuerlich erfasst ist. Am schnellsten geht das über ELSTER. Hier siehst du Schritt für Schritt, welche Angaben zählen, wie lange es dauert und was du bis dahin beachten musst.

Die Steuernummer ist die Nummer, unter der das Finanzamt deine betriebliche Tätigkeit führt. Du brauchst sie, damit dein Betrieb steuerlich „angelegt“ ist und das Finanzamt deine Unterlagen eindeutig zuordnen kann.
Für Gründer ist die Steuernummer vor allem relevant, weil du damit:
Die Steuernummer „beantragst“ du praktisch so: Du reichst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ein. Das geht in der Regel online über ELSTER. Danach vergibt das Finanzamt die Steuernummer und teilt sie dir schriftlich mit.
💡 Hinweis: Plane das nicht erst nach der Eröffnung. Erledige die steuerliche Erfassung direkt nach der Gewerbeanmeldung (Café/Shop/Salon) bzw. direkt zum Start, wenn du ohne Gewerbeanmeldung beginnst.
⚠️ Achtung: Die Steuernummer ist nicht deine Steuer-ID. Die Steuer-ID gehört zu dir als Person. Die Steuernummer betrifft deine Tätigkeit beim Finanzamt und kann sich z. B. bei einem Zuständigkeitswechsel ändern.
Diese drei Nummern werden in der Gründung ständig verwechselt. Für Café/Salon/Shop reicht eine klare Einordnung:
Steuer-ID (Identifikationsnummer)
Steuernummer
USt-IdNr. (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer)
💡 Tipp: Wenn du am Anfang nur eine Nummer „fürs Unternehmen“ suchst, ist es fast immer die Steuernummer(Finanzamt), nicht die Steuer-ID (Person).
Für Gründer ist die Antwort fast immer: Ja. Sobald du mit einem Café, Salon oder Shop startest, muss das Finanzamt deine Tätigkeit steuerlich erfassen. Erst danach bekommst du deine Steuernummer.
Wenn du ein Lokal eröffnest, einen Friseursalon betreibst oder Waren verkaufst, bist du in der Regel gewerblich unterwegs. Der Ablauf ist dann typischerweise:
Einige Tätigkeiten gelten als freiberuflich. Dann entfällt die Gewerbeanmeldung – die steuerliche Erfassung über ELSTER bleibt aber trotzdem der entscheidende Schritt. Für Café/Salon/Shop ist das eher selten.
⚠️ Hier passieren die meisten Missverständnisse:
✅ Praxispunkt: Auch wenn du Kleinunternehmer bist, brauchst du in der Regel trotzdem die steuerliche Erfassung – und damit bekommst du auch eine Steuernummer.
Wenn du keine selbstständige Tätigkeit hast und nur privat eine Steuererklärung abgibst, kann die Steuernummer auch erst im Zuge der ersten Steuererklärung entstehen. Für Gründer ist das aber meist nicht der relevante Fall.
Ziel: Du erledigst die steuerliche Erfassung so, dass das Finanzamt dir schnell die Steuernummer zuteilt. ELSTER ist bundesweit einheitlich – du musst dafür nicht vorher ein bestimmtes Finanzamt „heraussuchen“. Entscheidend ist, dass du im Fragebogen die richtige Betriebsadresse angibst (z. B. dein Café/Salon/Shop), damit die Zuständigkeit automatisch passt.
Du brauchst einen ELSTER-Zugang (typisch: Zertifikatsdatei). Das kann ein paar Tage dauern.
🚀 Praxistipp: Richte ELSTER ein, bevor du eröffnest – dann kannst du den Fragebogen sofort abschicken.
In ELSTER wählst du den Fragebogen für:
Wähle hier sauber, weil sonst Rückfragen kommen oder du neu starten musst.
ELSTER zeigt viele Felder. Für die Steuernummer sind vor allem diese Punkte entscheidend:
Nach dem Versand prüft das Finanzamt deine Angaben. Typisch ist:
💡 Praxistipp: Schau in ELSTER regelmäßig in die Nachrichten und reagiere zügig. Das ist der schnellste Hebel, wenn es hakt.
Wenn du den Fragebogen in ELSTER ausfüllst, willst du nicht mittendrin abbrechen, weil etwas fehlt. Mit dieser Liste bist du in 10–15 Minuten durch.
Du brauchst keine perfekte Planung – aber eine nachvollziehbare Größenordnung.
💡 Praktischer Ansatz:
Halte vorab fest, ob du die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) nutzen willst:
💡 Tipp: Wenn du zum Start viel investierst (Umbau, Geräte, Einrichtung), kann „nicht Kleinunternehmer“ sinnvoll sein – aber das ist eine Entscheidung, die man kurz mit Steuerberatung oder zumindest mit sauberer Rechnung durchdenken sollte.
🚀 Diese Checkliste ist bewusst pragmatisch: Alles, was du hier vorbereitet hast, reduziert Rückfragen – und bringt dich schneller zur Steuernummer.
Die Vergabe der Steuernummer dauert in der Praxis meist einige Wochen. Wie schnell es geht, hängt vor allem davon ab, ob:
👉 Praxis: Wenn du nach dem Absenden schnell auf Rückfragen reagierst, verkürzt du die Wartezeit oft deutlich.
Für die Zuteilung der Steuernummer fallen in der Regel keine direkten Gebühren an. Kosten entstehen eher indirekt, z. B. wenn du Hilfe brauchst (Steuerberatung) oder wenn du wegen Verzögerungen Rechnungen später korrigieren musst.
Als Gründer solltest du die steuerliche Erfassung zeitnah erledigen, sobald du startest. Je früher du den Fragebogen abgibst, desto weniger Stress hast du rund um Eröffnung, erste Umsätze und Rechnungen.
💡 Pro Tipp: Mach das als Teil deiner „Eröffnungs-Checkliste“ – genau wie Gewerbeanmeldung, Bankkonto, Kasse, Versicherungen. Dann rutscht es nicht nach hinten.
Das ist ein typisches Gründerproblem: Du eröffnest, machst die ersten Umsätze – aber die Steuernummer ist noch unterwegs. Entscheidend ist, dass du nicht „blind losrechnest“, sondern sauber vorgehst, damit du später keine Rechnungen einsammeln und korrigieren musst.
Wenn du in den ersten Tagen nur wenige Rechnungen schreibst (z. B. Eröffnungsphase, ein paar B2B-Kunden), ist es oft am einfachsten, kurz zu warten – gerade bei Rechnungen an Unternehmen, die Vorsteuer ziehen wollen.
Wenn du vor der Steuernummer schon Rechnungen erstellen musst, sind zwei Punkte wichtig:
Wenn du in der Anfangsphase Rechnungen ohne Steuernummer erstellt hast und du später feststellst, dass Angaben fehlen, ist die pragmatische Lösung meist:
Im Gründeralltag taucht die Frage meist in zwei Situationen auf: Umzug oder Änderung der Struktur (z. B. neue Tätigkeit, neue Rechtsform). Wichtig ist: Du „bestellst“ nicht einfach eine neue Nummer – die Steuernummer ergibt sich aus der Zuständigkeit und der steuerlichen Führung beim Finanzamt.
1) Umzug / Finanzamtswechsel
Wenn dein Betrieb umzieht und dadurch ein anderes Finanzamt zuständig wird, kann sich die Steuernummer ändern. Das passiert dann im Rahmen der Umstellung durch das Finanzamt.
2) Mehrere Steuernummern parallel
Du kannst auch mehrere Steuernummern haben, z. B. weil das Finanzamt verschiedene Steuerarten oder Bereiche getrennt führt (das wirkt von außen manchmal wie „zweite Steuernummer“, ist aber nicht automatisch ein Problem).
3) Neue Tätigkeit / neue Rechtsform
Wenn du z. B. vom Einzelunternehmen zur GmbH wechselst oder eine neue Tätigkeit startest, kann das zu neuen steuerlichen Zuordnungen führen.
Gerade in der Gründungsphase sind es fast nie komplizierte Steuerthemen – sondern kleine Unsauberkeiten im Fragebogen, die Rückfragen auslösen und dich Wochen kosten.
Wenn du ELSTER erst nach der Eröffnung einrichtest, verlierst du oft die wertvollste Zeit.
👉 Lösung: Zugang früh anlegen, idealerweise parallel zu Gewerbeanmeldung/Business-Konto.
Viele setzen ein Datum, das nicht zu den übrigen Angaben passt (z. B. Umsatz geplant, aber Start „in 3 Monaten“).
👉 Lösung: Das Startdatum so wählen, wie du tatsächlich startest (Eröffnung/erste Umsätze).
Das ist eine der größten Stellschrauben für deinen Alltag: Rechnungen, Vorsteuer, Voranmeldungen.
👉 Lösung: Entscheidung bewusst treffen – besonders, wenn du am Anfang stark investierst (Einrichtung, Geräte, Umbau).
Wenn die Zahlen „zu schön“ oder komplett unplausibel sind, kommt oft eine Rückfrage.
👉 Lösung: Grob rechnen, aber nachvollziehbar. Denke in typischen Kostenblöcken (Miete, Wareneinsatz/Material, Personal).
Viele warten auf die Steuernummer, schauen aber nicht in ELSTER-Nachrichten oder reagieren spät.
👉 Lösung: Nach dem Absenden 1–2x pro Woche prüfen und zügig antworten.
Am schnellsten geht es über ELSTER: Du füllst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vollständig aus und reagierst zügig auf Rückfragen. Dann vergibt das Finanzamt die Steuernummer und teilt sie dir schriftlich mit.
In der Praxis dauert es meist einige Wochen. Es geht schneller, wenn deine Angaben vollständig und plausibel sind und du Rückfragen sofort beantwortest.
Meist ja. Die Kleinunternehmerregelung betrifft nur die Umsatzsteuer. Deine Tätigkeit muss trotzdem steuerlich erfasst werden – dadurch erhältst du in der Regel auch eine Steuernummer.
Die Steuer-ID gehört dir als Person und bleibt lebenslang gleich. Die Steuernummer gehört zu deiner betrieblichen Steuersache beim Finanzamt und kann sich z. B. bei einem Finanzamtswechsel ändern.
Wenn es sich vermeiden lässt: lieber warten. Wenn du trotzdem starten musst, achte darauf, dass deine Umsatzsteuer-Logik (Kleinunternehmer ja/nein) stimmt und du keine falschen Nummern als Ersatz verwendest. Bei Bedarf korrigierst du die Rechnung später, sobald die Steuernummer vorliegt.
Das passiert typischerweise bei Umzug/Finanzamtswechsel oder bei größeren Änderungen (z. B. neue Rechtsform). Oft reicht es, Änderungen über ELSTER zu melden – das Finanzamt regelt die Zuordnung dann korrekt.

Die Steuernummer bekommst du, sobald das Finanzamt deine Gründung steuerlich erfasst hat. Der schnellste Weg ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER. Entscheidend ist, dass du die Angaben vollständig und plausibel machst – insbesondere Betriebsadresse, Startdatum, Tätigkeitsbeschreibung, Umsatz-/Gewinnschätzung und die Entscheidung Kleinunternehmer (§ 19 UStG) ja/nein.
Damit du zügig durchkommst, solltest du vor dem Ausfüllen die wichtigsten Daten griffbereit haben: Personendaten, Betriebsdaten, IBAN sowie eine grobe, realistische Planung deiner Einnahmen und typischen Kosten. Nach dem Absenden gilt: Rückfragen in ELSTER ernst nehmen und schnell beantworten – das ist der größte Hebel, um Wochen zu sparen.
Wenn du bereits starten musst, bevor die Steuernummer da ist, ist sauberes Vorgehen wichtiger als „schnell irgendwas“: keine falschen Nummern als Ersatz verwenden und die Umsatzsteuer-Logik korrekt halten (je nach Kleinunternehmer/Regelbesteuerung). Falls nötig, berichtigst du Rechnungen später geordnet, statt dir mit fehlerhaften Dokumenten Folgeprobleme einzubauen.
lg Christian und das Team von shoperate
Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.
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