Rechtsformen

Überblick, Unterschiede & Entscheidungshilfe für Gründer

Letztes Update:
21.1.2026

Rechtsformen

Christian

Christian

Gründer von shoperate

Die smarte Registrierkasse

Die Rechtsform legt fest, wie dein Unternehmen rechtlich organisiert ist – und bestimmt damit Haftung, Steuern, Buchhaltung und unternehmerisches Risiko. Ob Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH: Jede Rechtsform bringt klare Vorteile, aber auch konkrete Pflichten mit sich. Dieser Leitfaden zeigt dir alle Rechtsformen in Deutschland, erklärt die Unterschiede verständlich und hilft dir Schritt für Schritt, die passende Rechtsform für dein Unternehmen zu wählen.

Rechtsformen

Was sind Rechtsformen?

Die Rechtsform beschreibt den rechtlichen Rahmen, in dem dein Unternehmen tätig ist. Sie legt fest, wer haftet, wie Steuern erhoben werden, welche Buchhaltungspflichten gelten und wie dein Betrieb nach außen auftritt. Kurz: Die Rechtsform bestimmt die Spielregeln deines Unternehmens.

In Deutschland gibt es verschiedene Rechtsformen, die sich grob in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften einteilen lassen. Jede dieser Kategorien folgt einer eigenen Logik – mit klaren Vor- und Nachteilen für Gründerinnen und Gründer.

Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen, die oft durcheinandergeworfen werden:

  • Rechtsform: Der rechtliche Typ des Unternehmens, zum Beispiel Einzelunternehmen, GbR oder GmbH.
  • Unternehmensform: Umgangssprachlicher Sammelbegriff, meist synonym zur Rechtsform verwendet.
  • Gesellschaftsform: Bezeichnet Rechtsformen mit mehreren Beteiligten, etwa GbR, OHG oder GmbH.

💡 Merke: Für Behörden, Finanzamt und Vertragspartner zählt ausschließlich die Rechtsform – nicht, wie du dein Unternehmen intern nennst.

Die Wahl der Rechtsform hat langfristige Auswirkungen. Sie beeinflusst nicht nur den Start deines Unternehmens, sondern auch den laufenden Betrieb und spätere Entscheidungen wie Wachstum, Aufnahme von Geschäftspartnern oder einen Verkauf. Deshalb ist es entscheidend, die Unterschiede zu verstehen, bevor du dich festlegst.

Ein häufiger Irrtum: Es gibt keine „beste“ Rechtsform für alle. Die passende Rechtsform hängt immer von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:

  • Anzahl der Gründer
  • Höhe des unternehmerischen Risikos
  • geplanter Umsatz
  • Branche
  • Wachstumsziele

⚠️ Achtung: Viele Gründer wählen ihre Rechtsform aus Gewohnheit oder wegen vermeintlich niedriger Kosten. Das kann später teuer werden, etwa durch persönliche Haftung oder unnötig hohe Steuerlast.

Warum die Wahl der Rechtsform entscheidend ist

Die Rechtsform bestimmt, wie dein Unternehmen rechtlich funktioniert. Das wirkt sich direkt auf dein Risiko, deine Pflichten und deine Kosten aus. Viele Entscheidungen lassen sich später zwar ändern, aber oft nur mit Aufwand, Kosten und steuerlichen Folgen. Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Kriterien vorab sauber zu prüfen.

Haftung und persönliches Risiko

Der größte Unterschied zwischen Rechtsformen ist die Haftung. Bei manchen Rechtsformen haftest du privat und unbeschränkt. Das bedeutet: Wenn dein Unternehmen Schulden macht, kann im Ernstfall auch dein Privatvermögen betroffen sein, zum Beispiel Ersparnisse oder Immobilien.

Bei Kapitalgesellschaften wie UG oder GmbH ist die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt. Das reduziert das persönliche Risiko, ersetzt aber kein sauberes Arbeiten. In der Praxis entstehen Haftungsrisiken oft durch Fehler in Verträgen, Steuern oder Geschäftsführung.

⚠️ Achtung: „Beschränkte Haftung“ gilt nicht automatisch in jeder Situation. Persönliche Haftung kann trotzdem entstehen, etwa bei Pflichtverletzungen, falschen Angaben oder verspäteten Meldungen.

Steuern und laufende Abgaben

Die Rechtsform beeinflusst, wie Gewinne besteuert werden und welche Steuerarten typischerweise anfallen. Vereinfacht gesagt:

  • Viele Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden über die Einkommensteuer der Inhaber besteuert.
  • Kapitalgesellschaften zahlen auf Gewinne in der Regel Körperschaftsteuer und zusätzlich Gewerbesteuer.
  • Wenn Gewinne ausgeschüttet werden, kann nochmals Steuer auf Ebene der Gesellschafter anfallen.

Das heißt nicht, dass Kapitalgesellschaften immer „besser“ oder „schlechter“ sind. Entscheidend ist, wie du Gewinne nutzt: Entnimmst du sie privat oder lässt du sie im Unternehmen für Investitionen und Wachstum?

💡 Merke: Steuerlich ist nicht nur die Rechtsform wichtig, sondern auch, ob du Gewinne entnimmst, ausschüttest oder im Unternehmen lässt.

Buchhaltung und Jahresabschluss

Mit der Rechtsform hängen Pflichten zur Buchhaltung zusammen. Je nach Rechtsform kann das bedeuten:

  • einfache Buchführung mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung
  • oder doppelte Buchführung mit Jahresabschluss, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Kapitalgesellschaften haben typischerweise strengere Anforderungen. Auch die Pflicht zur Veröffentlichung von Jahresabschlüssen kann je nach Rechtsform relevant werden. Das erhöht den Aufwand und oft auch die Kosten für Steuerberatung oder Buchhaltungssoftware.

✅ Tipp: Plane die laufenden Buchhaltungs- und Beratungskosten von Anfang an mit ein. Die günstigste Gründung ist nicht automatisch die günstigste Lösung im Betrieb.

Finanzierung und Außenwirkung

Die Rechtsform beeinflusst, wie dein Unternehmen auf Banken, Vermieter, Lieferanten und Geschäftspartner wirkt. Eine GmbH kann als stabiler wahrgenommen werden, weil sie klare Strukturen hat und Kapital hinterlegt sein muss. Bei einer Personengesellschaft hängt viel an der Person der Inhaber.

Auch für Investoren oder Beteiligungen ist die Rechtsform wichtig. Kapitalgesellschaften sind oft leichter strukturiert, wenn Beteiligungen, neue Gesellschafter oder ein späterer Verkauf geplant sind.

Wachstum, Partner und Umgründung

Wenn du später wachsen willst, Mitarbeitende einstellst oder weitere Gesellschafter aufnehmen möchtest, spielt die Rechtsform eine zentrale Rolle. Manche Rechtsformen sind dafür flexibler als andere. Eine Umstellung ist möglich, kann aber Notar, Steuerberater, neue Verträge, neue Konten, neue Haftungsfragen und steuerliche Effekte auslösen.

⚠️ Achtung: Ein Rechtsformwechsel kann stille Reserven berühren oder Umstrukturierungskosten verursachen. Das sollte immer vorab fachlich geprüft werden.

Überblick der Rechtsformen in Deutschland

In Deutschland gibt es mehrere Rechtsformen, die sich systematisch einordnen lassen. Diese Einteilung hilft dir, die grundlegenden Unterschiede schnell zu verstehen, bevor wir die einzelnen Rechtsformen im Detail durchgehen.

Grundsätzlich wird zwischen Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterschieden. Daneben existieren einige Sonderformen, die nur für bestimmte Zwecke oder Zielgruppen sinnvoll sind.

Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die einfachste Rechtsform. Es wird von einer einzelnen Person geführt und kommt besonders häufig bei Solo-Selbstständigen, kleinen Betrieben und Neugründungen vor. Es gibt keine Trennung zwischen Unternehmer und Unternehmen. Genau das macht diese Rechtsform einfach, aber auch risikoreich.

Typisch für Einzelunternehmen:

  • eine Person als Inhaber
  • volle Entscheidungsfreiheit
  • persönliche und unbeschränkte Haftung

Personengesellschaften

Personengesellschaften bestehen aus mindestens zwei Personen, die gemeinsam ein Unternehmen betreiben. Im Mittelpunkt stehen die Gesellschafter selbst, nicht das eingebrachte Kapital. Haftung und Verantwortung liegen meist direkt bei den beteiligten Personen.

Zu den wichtigsten Personengesellschaften zählen:

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)

💡 Merke: Bei Personengesellschaften haften die Gesellschafter in der Regel persönlich, zumindest teilweise.

Kapitalgesellschaften

Bei Kapitalgesellschaften steht nicht die Person, sondern das Unternehmen als eigene rechtliche Einheit im Vordergrund. Sie gelten als juristische Personen und können selbst Verträge schließen, Eigentum besitzen und verklagt werden.

Typische Kapitalgesellschaften sind:

  • Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG)

Charakteristisch ist die Trennung zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern. Die Haftung ist grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, dafür sind Gründung, Buchhaltung und laufende Pflichten aufwendiger.

Weitere Rechtsformen und Sonderfälle

Neben den klassischen Unternehmensrechtsformen gibt es Sonderformen wie:

  • eingetragener Verein (e. V.)
  • Genossenschaft (eG)
  • Stiftung
  • Partnerschaftsgesellschaft

Diese Rechtsformen sind meist zweckgebunden oder nur für bestimmte Berufsgruppen gedacht. Sie spielen im klassischen Gründungskontext von Handel, Gastronomie oder Dienstleistungen eine untergeordnete Rolle, sind aber für Vollständigkeit und Abgrenzung wichtig.

⚠️ Achtung: Nicht jede Rechtsform darf automatisch ein Gewerbe betreiben oder Gewinne ausschütten. Der Zweck der Organisation ist hier entscheidend.

Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die häufigste Rechtsform in Deutschland. Sie eignet sich besonders für Gründerinnen und Gründer, die allein starten, schnell loslegen wollen und überschaubare Risiken haben. Rechtlich gibt es keine Trennung zwischen dir und deinem Unternehmen.

Definition und Grundlagen

Ein Einzelunternehmen wird von einer natürlichen Person geführt. Es entsteht automatisch, sobald du eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst und diese anmeldest. Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. Auch ein Gesellschaftsvertrag ist nicht nötig.

Das Unternehmen tritt nach außen entweder unter deinem bürgerlichen Namen oder unter einer Geschäftsbezeichnung auf. Rechtlich bleibst aber immer du selbst Vertragspartner.

💡 Merke: Das Einzelunternehmen ist keine eigene juristische Person. Du bist Unternehmer und Unternehmen zugleich.

Haftung

Als Einzelunternehmer haftest du unbeschränkt und persönlich. Das bedeutet: Für Verbindlichkeiten deines Unternehmens haftest du mit deinem gesamten Privatvermögen. Dazu zählen zum Beispiel Ersparnisse, Fahrzeuge oder Immobilien.

Diese Haftung ist der größte Nachteil der Rechtsform. Sie kann bei finanziellen Problemen, Schadenersatzforderungen oder Vertragsstreitigkeiten existenzbedrohend sein.

⚠️ Achtung: Versicherungen können Risiken abfedern, ersetzen aber keine Haftungsbeschränkung.

Steuern und Buchhaltung

Einzelunternehmen werden steuerlich nicht separat besteuert. Der Gewinn fließt direkt in deine Einkommensteuer ein. Zusätzlich können Gewerbesteuer und Umsatzsteuer anfallen, abhängig von Tätigkeit, Umsatz und Gewinn.

In vielen Fällen reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus. Erst ab bestimmten Größenordnungen oder bei Eintragung als Kaufmann gelten strengere Buchhaltungspflichten.

✅ Tipp: Der buchhalterische Aufwand ist gering, sollte aber trotzdem sauber organisiert sein, um spätere Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • sehr einfache Gründung
  • kein Mindestkapital
  • geringe laufende Kosten
  • volle Entscheidungsfreiheit

Nachteile

  • unbeschränkte persönliche Haftung
  • geringere Außenwirkung bei Banken oder Investoren
  • begrenzte Möglichkeiten für Beteiligungen

Für wen geeignet?

Ein Einzelunternehmen passt besonders gut, wenn:

  • du allein gründest
  • dein Geschäftsmodell überschaubare Risiken hat
  • du schnell und unkompliziert starten willst
  • keine Investoren oder Partner geplant sind

Für Unternehmen mit höherem Risiko, größeren Investitionen oder Wachstumsplänen kann später ein Wechsel zu einer anderen Rechtsform sinnvoll sein.

Eingetragener Kaufmann (e. K.)

Der eingetragene Kaufmann (e. K.) ist ein Einzelunternehmer, der im Handelsregister eingetragen ist. Er bleibt eine natürliche Person, das Unternehmen wird dadurch aber kaufmännisch eingeordnet. In der Praxis ist e. K. häufig relevant, wenn das Geschäft nach Größe und Organisation „kaufmännisch“ wirkt oder wenn Geschäftspartner eine Handelsregistereintragung erwarten.

Haftung: Du haftest als e. K. weiterhin persönlich und unbeschränkt. Die Eintragung schützt dein Privatvermögen nicht.

Buchhaltung: Als e. K. gelten typischerweise strengere Anforderungen. Die kaufmännische Einordnung führt oft zur doppelten Buchführung mit Jahresabschluss. Der konkrete Umfang hängt vom Betrieb und den gesetzlichen Vorgaben ab.

Außenwirkung: Ein e. K. wirkt für Banken, Lieferanten und Vermieter häufig verbindlicher, weil die Eintragung im Handelsregister Transparenz schafft.

💡 Merke: e. K. ist keine eigene Gesellschaftsform, sondern die „Handelsregister-Variante“ des Einzelunternehmens.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist die einfachste Rechtsform für zwei oder mehr Personen, die gemeinsam ein Unternehmen betreiben. Sie eignet sich für kleine Teams, gemeinsame Projekte oder den Start mit mehreren Gründern. Der formale Aufwand ist gering, das Haftungsrisiko jedoch hoch.

Was ist eine GbR?

Eine GbR entsteht, sobald sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen. In der Praxis ist das oft ein gemeinsames Unternehmen. Ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag ist rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben, aber dringend zu empfehlen.

Die GbR ist keine juristische Person. Vertragspartner sind immer die Gesellschafter selbst, nicht die Gesellschaft als eigenständige Einheit.

💡 Merke: Auch ohne Vertrag und ohne Eintragung kann bereits eine GbR vorliegen.

Haftung der Gesellschafter

Der zentrale Punkt bei der GbR ist die persönliche, unbeschränkte und gesamtschuldnerische Haftung. Jeder Gesellschafter haftet:

  • mit seinem Privatvermögen
  • für eigene Verpflichtungen
  • und für Verpflichtungen der Mitgesellschafter

Das bedeutet: Gläubiger können sich im Zweifel einen Gesellschafter aussuchen und von ihm die vollständige Forderung verlangen.

⚠️ Achtung: Interne Absprachen schützen nicht vor externer Haftung. Sie regeln nur den Ausgleich unter den Gesellschaftern.

Steuern und Gewinnverteilung

Die GbR selbst zahlt keine Einkommensteuer. Der Gewinn wird den Gesellschaftern anteilig zugerechnet und von ihnen privat versteuert. Zusätzlich kann Gewerbesteuer anfallen, abhängig von Tätigkeit und Gewinnhöhe.

Die Gewinnverteilung richtet sich nach dem Gesellschaftsvertrag. Fehlt eine Regelung, gilt grundsätzlich eine gleichmäßige Verteilung, unabhängig vom tatsächlichen Arbeitseinsatz.

💡 Merke: Klare Regelungen zur Gewinnverteilung vermeiden spätere Konflikte.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • einfache und kostengünstige Gründung
  • kein Mindestkapital
  • flexible interne Gestaltung

Nachteile

  • volle persönliche Haftung aller Gesellschafter
  • hohes Konfliktpotenzial ohne klaren Vertrag
  • begrenzte Außenwirkung

Typische Fehler bei der GbR

⚠️ Achtung:

  • kein schriftlicher Gesellschaftsvertrag
  • unklare Aufgaben- und Rollenverteilung
  • fehlende Regelungen für Ausstieg oder Streit
  • Haftungsrisiken werden unterschätzt

Eine GbR funktioniert gut, solange Vertrauen besteht und das Geschäftsmodell überschaubar bleibt. Mit wachsendem Risiko oder steigenden Umsätzen wird oft eine andere Rechtsform sinnvoll.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die Offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine Personengesellschaft für Unternehmen, die ein Handelsgewerbebetreiben und von mindestens zwei Personen geführt werden. Sie ähnelt der GbR, unterliegt aber strengeren kaufmännischen Regeln.

Abgrenzung zur GbR

Der zentrale Unterschied zur GbR liegt im Umfang der Geschäftstätigkeit. Eine OHG liegt vor, wenn das Unternehmen nach Art und Umfang einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. In diesem Fall reicht die GbR nicht mehr aus.

Die OHG ist im Handelsregister eingetragen und gilt automatisch als Kaufmann. Damit greifen besondere Vorschriften des Handelsrechts.

💡 Merke: Die OHG ist rechtlich gesehen die „kaufmännische GbR“.

Haftung und Kaufmannseigenschaft

Alle Gesellschafter einer OHG haften persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. Die Haftung ist damit identisch zur GbR, wird durch den kaufmännischen Status aber oft relevanter, weil größere Umsätze und Risiken im Spiel sind.

Die Kaufmannseigenschaft bringt zusätzliche Pflichten mit sich, etwa:

  • strengere Buchhaltung
  • handelsrechtliche Vorschriften
  • erhöhte Anforderungen an Organisation und Dokumentation

⚠️ Achtung: Auch neue Gesellschafter haften für bestehende Verbindlichkeiten der OHG.

Steuern und Buchhaltung

Die OHG selbst zahlt keine Einkommensteuer. Die Gewinne werden den Gesellschaftern zugerechnet und privat versteuert. Zusätzlich fällt in der Regel Gewerbesteuer an.

Im Gegensatz zur GbR ist die OHG immer buchführungspflichtig. Es gilt die doppelte Buchführung mit Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.

✅ Tipp: Die laufenden Kosten für Buchhaltung und Steuerberatung sind höher als bei einer GbR und sollten eingeplant werden.

Für wen sinnvoll?

Eine OHG eignet sich, wenn:

  • mehrere Personen gemeinsam ein Handelsgewerbe betreiben
  • klare kaufmännische Strukturen nötig sind
  • die persönliche Haftung bewusst in Kauf genommen wird

In der Praxis wird die OHG heute seltener neu gegründet. Häufig wird bei größerem Risiko oder Wachstum direkt eine haftungsbeschränkte Rechtsform gewählt.

Kommanditgesellschaft (KG)

Die Kommanditgesellschaft (KG) ist eine Personengesellschaft, die zwei unterschiedliche Gesellschafterrollenkombiniert. Sie verbindet unternehmerische Führung mit der Möglichkeit, Kapital einzubringen, ohne voll zu haften. Das macht sie besonders für Beteiligungen interessant.

Aufbau: Komplementär und Kommanditist

Eine KG besteht aus:

  • Komplementären: führen das Unternehmen und haften unbeschränkt
  • Kommanditisten: bringen Kapital ein und haften beschränkt auf ihre Einlage

Der Komplementär übernimmt die Geschäftsführung und vertritt die KG nach außen. Kommanditisten sind in der Regel von der Geschäftsführung ausgeschlossen, können aber Kontrollrechte haben.

💡 Merke: Die Haftungsbegrenzung gilt nur für Kommanditisten, nicht für Komplementäre.

Haftung im Detail

Der zentrale Vorteil der KG liegt in der beschränkten Haftung der Kommanditisten. Ihre Haftung ist auf die im Handelsregister eingetragene Einlage begrenzt, sofern diese vollständig erbracht wurde.

Komplementäre haften dagegen:

  • persönlich
  • unbeschränkt
  • mit ihrem gesamten Privatvermögen

⚠️ Achtung: Solange die Einlage eines Kommanditisten noch nicht vollständig geleistet ist, kann auch er persönlich in Anspruch genommen werden.

Steuerliche Behandlung

Wie andere Personengesellschaften zahlt die KG selbst keine Einkommensteuer. Der Gewinn wird den Gesellschaftern anteilig zugerechnet und von ihnen versteuert. Zusätzlich fällt in der Regel Gewerbesteuer an.

Die steuerliche Verteilung richtet sich nach dem Gesellschaftsvertrag. Ohne klare Regelung kann es schnell zu Unstimmigkeiten kommen.

Typische Einsatzbereiche

Eine KG wird häufig genutzt, wenn:

  • Kapitalgeber beteiligt werden sollen
  • nicht alle Beteiligten unternehmerisch tätig sein wollen
  • eine klare Trennung zwischen Führung und Kapital gewünscht ist

In der Praxis dient die KG oft auch als Grundlage für Konstruktionen wie die GmbH & Co. KG, bei der die persönliche Haftung des Komplementärs vermieden wird.

Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt) ist eine Form der Kapitalgesellschaft und gilt als „kleine Schwester der GmbH“. Sie ermöglicht eine haftungsbeschränkte Unternehmensgründung mit geringem Startkapital und wird häufig von Gründern genutzt, die das persönliche Risiko begrenzen möchten.

Was ist eine UG?

Die UG ist eine eigenständige juristische Person. Sie kann Verträge abschließen, Eigentum besitzen und vor Gericht auftreten. Gesellschafter und Gesellschaft sind rechtlich voneinander getrennt.

Im Geschäftsverkehr muss die vollständige Bezeichnung „UG (haftungsbeschränkt)“ verwendet werden. Das soll Geschäftspartner klar über die Haftungsbeschränkung informieren.

💡 Merke: Die UG ist keine Vorstufe, sondern eine vollwertige Kapitalgesellschaft mit besonderen Regeln.

Stammkapital und Haftung

Das Stammkapital der UG kann bereits ab einem Euro gegründet werden. Die Haftung der Gesellschafter ist grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.

In der Praxis ist ein extrem niedriges Stammkapital jedoch riskant. Schon kleinere Anfangskosten können die Liquidität belasten und die Handlungsfähigkeit einschränken.

⚠️ Achtung: Eine UG mit zu geringem Kapital wirkt oft wenig solide und kann bei Banken, Vermietern oder Lieferanten auf Ablehnung stoßen.

Rücklagenpflicht

Ein zentrales Merkmal der UG ist die gesetzliche Rücklagenpflicht. Ein Teil des Jahresüberschusses muss einbehalten werden, bis ein bestimmtes Kapital erreicht ist. Ziel ist es, die UG schrittweise finanziell zu stärken.

Erst wenn das erforderliche Kapital aufgebaut ist, kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden. Diese Regel unterscheidet die UG klar von der GmbH.

💡 Merke: Gewinne stehen nicht vollständig zur freien Verfügung, solange die Rücklagenpflicht besteht.

UG vs. GmbH

Der größte Unterschied zwischen UG und GmbH liegt im Startkapital und in der Gewinnverwendung. Die UG ist günstiger zu gründen, die GmbH bietet dafür mehr Flexibilität und eine stärkere Außenwirkung.

Für Gründer mit begrenztem Kapital kann die UG ein sinnvoller Einstieg sein. Für Unternehmen mit höheren Umsätzen oder Investitionsbedarf ist die GmbH oft die langfristig bessere Lösung.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • geringe Einstiegshürde beim Kapital
  • Haftungsbeschränkung
  • klare Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen

Nachteile

  • Rücklagenpflicht schränkt Entnahmen ein
  • höhere laufende Pflichten als bei Personengesellschaften
  • teils geringere Akzeptanz im Geschäftsverkehr

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die am häufigsten gewählte Kapitalgesellschaft in Deutschland. Sie eignet sich für kleine und mittlere Unternehmen, die Haftungsrisiken begrenzen, professionell auftreten und strukturiert wachsen möchten.

Grundlagen und Stammkapital

Die GmbH ist eine juristische Person. Sie entsteht durch einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag und die Eintragung ins Handelsregister. Für die Gründung ist ein Stammkapital erforderlich, das in Geld oder Sacheinlagen erbracht werden kann.

Die GmbH tritt selbst als Vertragspartner auf. Gesellschafter sind rechtlich von der Gesellschaft getrennt. Diese Trennung ist der Kern der Haftungsbeschränkung.

💡 Merke: Das Stammkapital dient als Haftungsbasis und Signal für wirtschaftliche Stabilität.

Haftung und Geschäftsführung

Die Haftung der Gesellschafter ist grundsätzlich auf das Vermögen der GmbH beschränkt. Private Vermögenswerte sind im Regelfall geschützt.

Die Geschäftsführung übernimmt die Leitung der GmbH und vertritt sie nach außen. Geschäftsführer tragen besondere Pflichten, etwa zur ordnungsgemäßen Buchführung, fristgerechten Abgabe von Steuererklärungen und rechtzeitigen Meldung wirtschaftlicher Probleme.

⚠️ Achtung: Bei Pflichtverletzungen kann eine persönliche Haftung der Geschäftsführung entstehen, trotz Haftungsbeschränkung der Gesellschaft.

Steuern und Buchhaltung

Die GmbH zahlt auf ihre Gewinne Körperschaftsteuer sowie Gewerbesteuer. Werden Gewinne an Gesellschafter ausgeschüttet, fällt zusätzlich Steuer auf Ebene der Gesellschafter an.

Die GmbH ist immer buchführungspflichtig. Sie erstellt einen Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Je nach Größe können zusätzliche Offenlegungspflichten bestehen.

✅ Tipp: Die laufenden Kosten für Buchhaltung und Steuerberatung sind höher als bei Personengesellschaften und sollten langfristig eingeplant werden.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Haftungsbeschränkung
  • professionelle Außenwirkung
  • gut geeignet für Wachstum und Beteiligungen
  • klare rechtliche Struktur

Nachteile

  • höheres Startkapital erforderlich
  • aufwendigere Gründung
  • höhere laufende Kosten

Für wen geeignet?

Eine GmbH ist besonders sinnvoll, wenn:

  • das Geschäftsmodell höhere Risiken birgt
  • Investitionen oder Kredite geplant sind
  • mehrere Gesellschafter beteiligt sind
  • langfristiges Wachstum angestrebt wird

Für viele Unternehmen ist die GmbH die dauerhafte Ziel-Rechtsform, auch wenn zunächst mit einer UG gestartet wird.

GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist eine besondere Form der Kommanditgesellschaft. Sie kombiniert die Flexibilität einer Personengesellschaft mit der Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft. In der Praxis wird sie häufig gewählt, um persönliche Haftung zu vermeiden und dennoch steuerliche Vorteile zu nutzen.

Konstruktion erklärt

Bei der GmbH & Co. KG ist der Komplementär keine natürliche Person, sondern eine GmbH. Diese GmbH übernimmt die Geschäftsführung und haftet unbeschränkt – allerdings nur mit ihrem eigenen Gesellschaftsvermögen.

Die eigentlichen Unternehmer sind meist die Kommanditisten. Sie bringen Kapital ein und haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage.

💡 Merke: Durch die GmbH als Komplementär gibt es keine natürliche Person mit unbeschränkter Haftung.

Haftung

Die Haftung ist auf zwei Ebenen geregelt:

  • Die GmbH haftet als Komplementär mit ihrem Vermögen.
  • Die Kommanditisten haften beschränkt auf ihre Einlage.

Private Vermögenswerte der Beteiligten sind grundsätzlich geschützt, solange keine Pflichtverletzungen vorliegen.

⚠️ Achtung: Geschäftsführer der GmbH können bei Fehlverhalten dennoch persönlich haften.

Steuerlogik

Steuerlich gilt die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft. Das bedeutet:

  • Die Gewinne werden den Gesellschaftern zugerechnet.
  • Es fällt in der Regel Gewerbesteuer an.
  • Keine Körperschaftsteuer auf Ebene der KG selbst.

Diese Struktur kann steuerlich attraktiv sein, insbesondere bei höheren Gewinnen oder bei bestimmten Gestaltungen.

Typische Einsatzbereiche

Die GmbH & Co. KG eignet sich besonders, wenn:

  • Haftungsbegrenzung wichtig ist
  • mehrere Gesellschafter beteiligt sind
  • Gewinne flexibel verteilt werden sollen
  • ein professioneller Außenauftritt gewünscht ist

Der Nachteil liegt im höheren organisatorischen Aufwand, da faktisch zwei Gesellschaften geführt werden müssen.

Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine Kapitalgesellschaft, die vor allem für größere Unternehmen konzipiert ist. Sie eignet sich für Vorhaben mit hohem Kapitalbedarf, klarer Trennung von Eigentum und Management sowie der Option, viele Investoren zu beteiligen.

Grundprinzip

Die AG ist eine juristische Person. Das Grundkapital ist in Aktien aufgeteilt, die den Anteil der Aktionäre am Unternehmen repräsentieren. Aktionäre haften nicht persönlich, sondern nur mit ihrer Einlage.

Die AG kann Aktien ausgeben und damit Kapital von einer Vielzahl von Investoren einsammeln. Eine Börsennotierung ist möglich, aber nicht zwingend.

💡 Merke: Eigentum und operative Führung sind bei der AG strikt getrennt.

Organe der AG

Die AG hat eine feste gesetzliche Struktur mit drei Organen:

  • Vorstand: führt die Geschäfte eigenverantwortlich
  • Aufsichtsrat: überwacht den Vorstand
  • Hauptversammlung: Versammlung der Aktionäre

Diese Trennung sorgt für Kontrolle, erhöht aber auch den organisatorischen und formalen Aufwand.

⚠️ Achtung: Der Vorstand haftet persönlich bei Pflichtverletzungen, trotz Haftungsbeschränkung der Aktionäre.

Wann sinnvoll – wann nicht?

Eine AG ist sinnvoll, wenn:

  • sehr hoher Kapitalbedarf besteht
  • viele Investoren beteiligt werden sollen
  • eine klare Governance-Struktur erforderlich ist

Für kleine und mittlere Unternehmen ist die AG in der Regel nicht praktikabel. Gründung, laufende Pflichten und Kosten sind deutlich höher als bei GmbH oder UG.

Weitere Rechtsformen und Sonderfälle

Neben den klassischen Unternehmensrechtsformen gibt es weitere Organisationsformen, die für bestimmte Zwecke oder Zielgruppen relevant sind. Sie spielen im typischen Gründungskontext von Handel, Gastronomie oder Dienstleistungen meist eine untergeordnete Rolle, sind aber wichtig für die vollständige Einordnung.

Eingetragener Verein (e. V.)

Der eingetragene Verein ist keine klassische Unternehmensrechtsform. Er wird gegründet, um einen ideellen Zweck zu verfolgen, zum Beispiel im Sport, in der Kultur oder im sozialen Bereich. Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ist nur eingeschränkt zulässig und darf nicht Hauptzweck des Vereins sein.

Der Verein ist eine juristische Person. Er haftet grundsätzlich mit seinem Vereinsvermögen. Die Haftung der Mitglieder ist in der Regel ausgeschlossen.

⚠️ Achtung: Ein Verein ist keine geeignete Rechtsform für ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen.

Genossenschaft (eG)

Die Genossenschaft dient der Förderung ihrer Mitglieder. Im Vordergrund steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern der gemeinsame wirtschaftliche Nutzen, etwa durch günstigeren Einkauf, gemeinsame Nutzung von Infrastruktur oder Kooperationen.

Die eG ist eine juristische Person. Mitglieder haften grundsätzlich nicht persönlich. Charakteristisch sind demokratische Strukturen und regelmäßige Prüfungen durch einen Prüfungsverband.

💡 Merke: Die Genossenschaft ist eine Alternative für gemeinschaftliche Geschäftsmodelle, aber kein Standard für Einzelgründer.

Stiftung

Eine Stiftung verfolgt einen dauerhaft festgelegten Zweck, der mit einem bestimmten Vermögen abgesichert wird. Dieses Vermögen soll langfristig erhalten bleiben und nicht verbraucht werden.

Stiftungen eignen sich vor allem für vermögensgebundene Zwecke, etwa im gemeinnützigen oder familiären Bereich. Für operative Unternehmen ist diese Rechtsform in der Regel ungeeignet.

Partnerschaftsgesellschaft

Die Partnerschaftsgesellschaft ist eine Sonderform für Freie Berufe, zum Beispiel für Rechtsanwälte, Steuerberater oder Architekten. Sie ist keine Rechtsform für Gewerbebetriebe.

Je nach Ausgestaltung können Haftungsbeschränkungen für berufliche Fehler greifen. Für Gründer aus Handel, Gastronomie oder Dienstleistung ist diese Rechtsform meist nicht relevant.

⚠️ Achtung: Gewerbliche Tätigkeiten schließen die Partnerschaftsgesellschaft grundsätzlich aus.

Rechtsformen im Vergleich

Die Unterschiede zwischen Rechtsformen zeigen sich vor allem bei Haftung, Kapitalbedarf, Steuern und Buchhaltung. Die folgende Übersicht hilft dir, die wichtigsten Optionen schnell einzuordnen.

Rechtsform Typisch für Haftung Mindestkapital Steuern (typisch) Buchhaltung (typisch)
Einzelunternehmen Solo-Gründung, kleiner Betrieb Unbeschränkt, privat Kein Einkommensteuer, ggf. Gewerbesteuer, Umsatzsteuer EÜR häufig, bei Größe ggf. Bilanz
GbR 2+ Gründer, kleine Teams Unbeschränkt, privat, gesamtschuldnerisch Kein Einkommensteuer (Gesellschafter), ggf. Gewerbesteuer, Umsatzsteuer EÜR häufig, je nach Umfang
OHG Handelsgewerbe mit 2+ Personen Unbeschränkt, privat, gesamtschuldnerisch Kein Einkommensteuer (Gesellschafter), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer Bilanz, GuV, doppelte Buchführung
KG Führung + Kapitalgeber Komplementär: unbeschränkt privat
Kommanditist: bis Einlage
Kein Einkommensteuer (Gesellschafter), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer Bilanz, GuV, doppelte Buchführung
UG (haftungsbeschränkt) Haftungsbegrenzung mit kleinem Startkapital Grundsätzlich nur Gesellschaftsvermögen Ab 1 € (praktisch höher sinnvoll) Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer Bilanz, GuV, doppelte Buchführung
GmbH KMU, professioneller Aufbau, Wachstum Grundsätzlich nur Gesellschaftsvermögen Stammkapital erforderlich Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer Bilanz, GuV, doppelte Buchführung
GmbH & Co. KG Haftungsbegrenzung + KG-Struktur Komplementär = GmbH (haftet mit GmbH-Vermögen)
Kommanditisten: bis Einlage
Kapital für GmbH + Einlagen Gewerbesteuer, Einkommensteuer (Zurechnung), Umsatzsteuer Bilanz, GuV, doppelte Buchführung
AG Große Vorhaben, viele Investoren Aktionäre: nur Einlage Grundkapital erforderlich Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer Bilanz, GuV, hohe Formalien

💡 Merke: Wenn du Risiken begrenzen willst, sind UG/GmbH (oder GmbH & Co. KG) der Standard. Wenn Einfachheit und geringe Fixkosten wichtiger sind, starten viele mit Einzelunternehmen oder GbR, tragen aber das volle Haftungsrisiko.

Gründungsaufwand und laufende Pflichten je Rechtsform

Gründungskosten je Rechtsform

Die Gründungskosten hängen vor allem davon ab, ob du Notar und Handelsregister brauchst und ob zusätzliche Pflichten wie Satzung, Einlagen oder Verträge nötig sind. Die folgenden Größenordnungen helfen zur Orientierung. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Gestaltung, Anzahl der Gesellschafter und Umfang der Eintragung.

Rechtsform Typische Gründungskosten Was fällt an? Hinweis
Einzelunternehmen ca. 20–60 € Gewerbeanmeldung, ggf. Beratung ✅ Tipp: Ohne Handelsregistereintrag bleiben die Fixkosten niedrig, das Haftungsrisiko aber voll bei dir.
GbR ca. 20–100 € Gewerbeanmeldung, optional Gesellschaftsvertrag ⚠️ Achtung: Ein schriftlicher Vertrag kostet ggf. Beratung, verhindert aber häufig teure Konflikte.
OHG ca. 200–400 € Handelsregistereintragung, ggf. Beratung 💡 Merke: Mehr Formalitäten als GbR, weil kaufmännische Regeln gelten.
KG ca. 200–500 € Handelsregistereintragung, Vertragsgestaltung 💡 Merke: Haftung ist geteilt. Komplementär haftet voll, Kommanditist typischerweise bis zur Einlage.
UG (haftungsbeschränkt) ca. 300–800 € Notar, Handelsregister, formelle Gründung 💡 Merke: Sehr geringes Stammkapital reduziert nicht die Gründungskosten, sondern nur die Einlage.
GmbH ca. 700–1.500 € Notar, Handelsregister, Gesellschaftsvertrag ✅ Tipp: Plane zusätzlich laufende Kosten für Buchhaltung, Abschluss und Beratung ein.
GmbH & Co. KG ca. 1.000–2.500 € Gründung GmbH + KG, doppelte Formalien ⚠️ Achtung: Lohnt sich meist erst, wenn die Vorteile die laufenden Mehrkosten klar übersteigen.
AG ab ca. 1.500 € Notar, Handelsregister, umfangreiche Formalien ⚠️ Achtung: Für KMU meist zu aufwendig. Hoher Gründungs- und Organisationsaufwand.

Laufende Pflichten je Rechtsform

Neben Haftung und Steuern entscheiden viele Gründer auch nach Aufwand. Zwei Fragen sind dafür entscheidend: Brauchst du Notar und Handelsregister zur Gründung, und wie hoch sind die laufenden Pflichten im Betrieb.

Grundregel: Je stärker die Haftung begrenzt ist und je „formeller“ die Rechtsform, desto höher sind Gründungsaufwand und laufende Pflichten.

Rechtsform Notar / Handelsregister Laufende Pflichten (typisch)
Einzelunternehmen Gewerbeanmeldung, kein Notar, meist kein Handelsregister Geringer Formalaufwand, einfache Organisation
GbR Gewerbeanmeldung, kein Notar, kein Handelsregister Vertrag sinnvoll, sonst Konfliktrisiko; Formalaufwand niedrig
OHG Handelsregistereintragung Kaufmännische Pflichten, doppelte Buchführung üblich
KG Handelsregistereintragung Mehr Strukturbedarf, doppelte Buchführung üblich
UG (haftungsbeschränkt) Notar + Handelsregistereintragung Jahresabschluss, formale Pflichten höher als bei Personengesellschaften
GmbH Notar + Handelsregistereintragung Jahresabschluss, klare Organisationspflichten, Formalaufwand hoch
GmbH & Co. KG Notar/HR für GmbH + Handelsregister für KG Höherer Aufwand, weil zwei Strukturen parallel geführt werden
AG Notar + Handelsregistereintragung Sehr hoher Formalaufwand, feste Organe und Prozesse

✅ Tipp: Wenn du unsicher bist, ob dir Haftungsbegrenzung den Mehraufwand wert ist, vergleiche nicht nur Gründungskosten, sondern auch die laufenden Kosten für Buchhaltung, Abschluss und Beratung.

⚠️ Achtung: „Einfach starten“ ist gut, aber wenn dein Risiko schnell steigt, kann ein späterer Rechtsformwechsel deutlich teurer werden als ein sauberer Start mit der passenden Struktur.

Welche Rechtsform passt zu deinem Unternehmen?

Die passende Rechtsform ergibt sich nicht aus einer einzelnen Eigenschaft, sondern aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Wenn du diese Punkte systematisch prüfst, lässt sich die Auswahl deutlich eingrenzen.

Anzahl der Gründer

Die Zahl der beteiligten Personen ist oft der erste Filter:

  • Eine Person: Einzelunternehmen, UG oder GmbH
  • Zwei oder mehr Personen: GbR, OHG, KG, UG, GmbH oder GmbH & Co. KG

💡 Merke: Sobald mehrere Personen beteiligt sind, solltest du Haftung, Entscheidungsbefugnisse und Gewinnverteilung besonders klar regeln.

Risiko und Haftung

Je höher das wirtschaftliche Risiko, desto wichtiger wird die Haftungsfrage:

  • Geringes Risiko: Einzelunternehmen oder GbR können ausreichen
  • Mittleres bis hohes Risiko: UG, GmbH oder GmbH & Co. KG

⚠️ Achtung: Persönliche Haftung wird häufig unterschätzt. Ein einzelner Schadenfall kann das Privatvermögen gefährden.

Branche und Geschäftsmodell

Die Branche beeinflusst Risiko, Außenwirkung und typische Erwartungen:

  • Gastronomie: erhöhtes Haftungsrisiko, oft sinnvoll: UG oder GmbH
  • Handel: abhängig von Umsatz, Lager, Finanzierung
  • Dienstleistungen: häufig Einzelunternehmen oder UG als Einstieg

💡 Merke: Je mehr Kundenkontakt, Verträge oder Fremdkapital, desto wichtiger ist eine haftungsbeschränkte Rechtsform.

Steuern und Gewinnverwendung

Nicht nur die Steuerart ist entscheidend, sondern auch, was mit dem Gewinn passiert:

  • Gewinne werden privat entnommen
  • Gewinne bleiben im Unternehmen für Investitionen
  • Gewinne sollen an mehrere Gesellschafter verteilt werden

Kapitalgesellschaften bieten mehr Struktur für Reinvestitionen, während Personengesellschaften oft einfacher sind, wenn Gewinne regelmäßig privat genutzt werden.

Wachstum und Zukunftspläne

Plane nicht nur für den Start, sondern für die nächsten Jahre:

  • Aufnahme von Partnern oder Investoren
  • Finanzierung durch Banken
  • Verkauf oder Übergabe des Unternehmens

⚠️ Achtung: Ein späterer Wechsel der Rechtsform ist möglich, aber mit Aufwand, Kosten und steuerlichen Folgen verbunden.

Checkliste zur Entscheidung

✅ Prüfe für dich:

  • Wie hoch ist mein persönliches Haftungsrisiko?
  • Starte ich allein oder mit Partnern?
  • Wie professionell muss mein Unternehmen nach außen auftreten?
  • Plane ich Wachstum, Investoren oder einen Verkauf?
  • Wie viel Verwaltungsaufwand bin ich bereit zu tragen?

Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortest, bleiben meist nur wenige Rechtsformen übrig, die wirklich zu deinem Unternehmen passen.

Häufige Fehler bei der Wahl der Rechtsform

Bei der Gründung wird die Rechtsform oft schnell festgelegt. Viele Fehler zeigen sich jedoch erst später, wenn das Unternehmen wächst, Risiken steigen oder steuerliche Belastungen spürbar werden. Die häufigsten Probleme lassen sich vermeiden, wenn du sie von Anfang an kennst.

Haftung unterschätzen

Ein sehr häufiger Fehler ist die Annahme, dass im Ernstfall „schon nichts passiert“. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften kann jedoch jede unternehmerische Verbindlichkeit auf das Privatvermögen durchschlagen.

⚠️ Achtung: Schadensersatzforderungen, Steuernachzahlungen oder Vertragsstrafen treffen oft unerwartet und in voller Höhe.

Steuern falsch einschätzen

Viele Gründer wählen eine Rechtsform, ohne zu prüfen, wie Gewinne tatsächlich besteuert werden. Dabei spielt nicht nur der Steuersatz eine Rolle, sondern auch:

  • wann Gewinne besteuert werden
  • ob sie privat entnommen oder im Unternehmen belassen werden
  • wie Ausschüttungen behandelt werden

💡 Merke: Eine steuerlich „günstige“ Rechtsform auf dem Papier kann im Alltag teuer werden.

Zu früh oder zu spät wechseln

Manche Unternehmen starten direkt mit einer komplexen Rechtsform, obwohl der Aufwand den Nutzen übersteigt. Andere bleiben zu lange in einer Rechtsform, die nicht mehr zum Risiko oder zur Größe passt.

⚠️ Achtung: Ein Rechtsformwechsel ist kein rein formaler Akt. Er kann neue Verträge, neue Haftungsfragen und steuerliche Effekte auslösen.

Gesellschaftsverträge vernachlässigen

Bei Personengesellschaften wird der Gesellschaftsvertrag häufig unterschätzt oder gar weggelassen. Das führt später zu Konflikten bei:

  • Gewinnverteilung
  • Arbeitsaufteilung
  • Ausstieg oder Streit

💡 Merke: Was nicht geregelt ist, wird im Konfliktfall durch gesetzliche Standardregeln ersetzt – oft nicht im eigenen Interesse.

Kosten und Aufwand falsch kalkulieren

Kapitalgesellschaften bieten Vorteile, bringen aber laufende Pflichten mit sich. Wer nur auf die Haftungsbeschränkung schaut, unterschätzt häufig:

  • Buchhaltungsaufwand
  • Beratungskosten
  • formale Pflichten

Eine saubere Kosten-Nutzen-Abwägung ist entscheidend.

FAQ

Welche Rechtsform ist die beste?

Eine pauschal „beste“ Rechtsform gibt es nicht. Die passende Wahl hängt von deiner Gründerzahl, dem Risiko, der geplanten Größe und deinen Zielen ab. Bei sehr einfachen, risikoarmen Tätigkeiten kann ein Einzelunternehmen reichen. Sobald Haftungsrisiken steigen, mehrere Personen beteiligt sind oder professioneller Außenauftritt wichtig wird, sind UG oder GmbH oft sinnvoller. Entscheidend ist, dass die Rechtsform nicht nur zum Start passt, sondern auch zu den nächsten Jahren deines Unternehmens.

Welche Rechtsform zahlt am wenigsten Steuern?

Das hängt weniger von der Rechtsform allein ab als von Gewinnhöhe und Gewinnverwendung. Einzelunternehmen und Personengesellschaften versteuern Gewinne über die Einkommensteuer der Inhaber. Kapitalgesellschaften zahlen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, bieten dafür klare Strukturen, um Gewinne im Unternehmen zu belassen. Wer viel reinvestiert, kann mit einer Kapitalgesellschaft Vorteile haben. Wer Gewinne regelmäßig privat nutzt, ist mit einfacheren Rechtsformen oft effizienter unterwegs.

Welche Rechtsform eignet sich für Kleinunternehmer?

Häufig starten Kleinunternehmer als Einzelunternehmen oder GbR, weil Gründung und laufender Aufwand gering sind. Der Nachteil ist die persönliche Haftung. Wer sein Privatvermögen stärker schützen will, kann auch als UG (haftungsbeschränkt) gründen, muss dann aber mit mehr Formalaufwand rechnen. Wichtig: Die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer ist grundsätzlich unabhängig von der Rechtsform und richtet sich nach Umsatzgrenzen, nicht nach GmbH oder Einzelunternehmen.

Welche Rechtsform ist sinnvoll bei zwei Gründern?

Viele Teams starten als GbR, weil sie unkompliziert ist. Dabei haften beide Gesellschafter privat und gesamtschuldnerisch, also auch für Fehler oder Schulden des Partners. Wenn das Risiko höher ist, größere Verträge anstehen oder Wachstum geplant ist, sind UG oder GmbH oft die bessere Wahl. Unabhängig von der Rechtsform solltest du Aufgaben, Gewinnverteilung, Entscheidungsrechte und Ausstiegsszenarien schriftlich regeln, um spätere Konflikte zu vermeiden.

Welche Rechtsform eignet sich für Gastronomie oder Café?

In der Gastronomie sind Risiken oft höher, etwa durch Pacht, Personal, Haftungsfälle oder schwankende Umsätze. Deshalb wählen viele Betriebe eine UG oder GmbH, um das private Risiko zu begrenzen. Ein Einzelunternehmen oder eine GbR ist zwar möglich, kann aber im Ernstfall das Privatvermögen betreffen. Je größer die Investitionen und Verpflichtungen, desto stärker spricht die Praxis für eine haftungsbeschränkte Rechtsform.

GmbH oder UG – was ist besser?

Die UG ist der günstigere Einstieg, wenn wenig Startkapital vorhanden ist. Sie hat aber eine Rücklagenpflicht und wirkt im Geschäftsverkehr teils weniger solide. Die GmbH erfordert mehr Kapital, bietet dafür eine stärkere Außenwirkung und mehr Flexibilität bei Gewinnen. Für kleine Starts kann die UG sinnvoll sein. Wenn du mittelfristig wachsen, investieren oder professioneller auftreten willst, ist die GmbH häufig die langfristig passendere Lösung.

Kann man die Rechtsform später wechseln?

Ja, das ist möglich, aber meist aufwendig. Ein Wechsel kann Notarkosten, neue Verträge, Anpassungen bei Bankkonten und organisatorische Änderungen auslösen. Außerdem können steuerliche Effekte entstehen, je nach Struktur und Vermögenswerten. Deshalb ist es besser, schon bei der Gründung nicht nur an den Start zu denken, sondern an die nächsten Jahre. Ein Wechsel sollte vorab fachlich geprüft werden.

Welche Rechtsformen haften mit dem Privatvermögen?

Privat haftest du typischerweise im Einzelunternehmen sowie in Personengesellschaften wie GbR und OHG. Bei einer KG haftet der Komplementär unbeschränkt, Kommanditisten in der Regel nur bis zur Einlage. Bei UG, GmbH und AG ist die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt. Persönliche Haftung kann dennoch entstehen, etwa bei Pflichtverletzungen oder falschem Verhalten der Geschäftsführung.

Christian
Christian
Gründer von shoperate

Die Rechtsform bestimmt, wie dein Unternehmen rechtlich funktioniert und wie hoch dein persönliches Risiko ist. Der wichtigste Unterschied liegt in der Haftung: Einzelunternehmen und viele Personengesellschaften bedeuten oft private und unbeschränkte Haftung, während UG und GmbH die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen begrenzen.

Neben der Haftung beeinflusst die Rechtsform auch Steuern, Buchhaltungspflichten, laufende Kosten und die Außenwirkung bei Banken, Vermietern oder Geschäftspartnern. Was am Anfang „einfach“ wirkt, kann später teuer werden, wenn Risiko, Umsatz oder Teamgröße steigen.

Eine sinnvolle Entscheidung entsteht, wenn du die Rechtsform nicht nach Bauchgefühl wählst, sondern nach klaren Kriterien: Gründerzahl, Risiko, Branche, Gewinnverwendung und Wachstumspläne. So vermeidest du typische Fehler wie unterschätzte Haftung, falsche Steuerannahmen oder einen unnötig späten Rechtsformwechsel.

lg Christian und das Team von shoperate

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Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

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