Solarium eröffnen

Vom Konzept ĂĽber die Solarienverordnung bis zum ersten Kundentag

Letztes Update:
20.5.2026

Solarium eröffnen

Christian

Christian

GrĂĽnder von shoperate

Die smarte Registrierkasse

Ein eigenes Sonnenstudio in Österreich ist eine planbare, aber kapitalintensive Gründung. Stabile Nachfrage trifft auf strenge Auflagen, hohe Geräteinvestitionen und enge Hygiene-Pflichten. Wer von Anfang an sauber plant, baut ein tragfähiges Studio auf. Wer zu früh investiert, korrigiert später teuer.

Solarium eröffnen

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Du willst ein Solarium in Österreich eröffnen? Die gute Nachricht zuerst: Der Betrieb eines Solariums ist nach der Gewerbeordnung ein freies Gewerbe. Du brauchst also keine Meisterprüfung und keinen Befähigungsnachweis. Die Anmeldung erfolgt bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat.

Worauf es trotzdem ankommt, ist die richtige Reihenfolge: Konzept und Standort, gefolgt von Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, danach Gewerbeanmeldung, Klärung der Betriebsanlage, Geräteauswahl nach Solarienverordnung, Schulung des Personals und schließlich Hygiene, Jugendschutz und Marketing. Wer einen Schritt überspringt, riskiert teure Korrekturen — etwa Geräte, die nicht zulassungsfähig sind, oder einen Mietvertrag in einer Räumlichkeit ohne ausreichende Lüftung.

Für die Gründung solltest du mit rund 80.000 bis 150.000 € an Startkapital rechnen. Der größte Posten sind die UV-Geräte, dazu kommen Umbau, Lüftung, Einrichtung, Schulung und das erste Marketing.

In diesem Leitfaden findest du die elf wichtigsten Schritte auf dem Weg zu deinem eigenen Sonnenstudio — mit konkreten Auflagen, Kostentabellen, Checklisten und allen rechtlichen Vorgaben, die in Österreich gelten.

Solarium eröffnen: die wichtigsten Schritte im Überblick

Ein Solarium in Österreich zu eröffnen, läuft in einer klaren Reihenfolge. Wer zuerst Geräte kauft oder Mietverträge unterschreibt, bevor die Auflagen und die Wirtschaftlichkeit geklärt sind, riskiert teure Korrekturen. Die folgenden elf Schritte führen dich von der ersten Idee bis zur Eröffnung — in der Reihenfolge, in der jede Entscheidung sinnvoll auf die vorherige aufbaut.

  1. Konzept, Zielgruppe und Geschäftsmodell festlegen — entscheide, ob du neu gründest, übernimmst oder als Franchise startest.
  2. Standort und Räumlichkeit prüfen — sichere dir eine Fläche, die rechtlich und wirtschaftlich passt.
  3. Kosten, Finanzierung und Wirtschaftlichkeit kalkulieren — kläre, wie viel Kapital nötig ist und woher es kommt.
  4. Businessplan erstellen — bringe Idee, Standort, Investitionen und Umsatzplan in ein prüfbares Dokument.
  5. Gewerbe anmelden und Gründung formal starten — melde das freie Gewerbe bei der Bezirkshauptmannschaft oder beim Magistrat an.
  6. Betriebsanlage und Genehmigungen mit der Behörde klären — kläre vor dem Umbau, was genehmigungspflichtig ist und was nicht.
  7. UV-Geräte, Normen und Ausstattung auswählen — entscheide dich für Geräte mit korrekter Norm, Prüfzeichen und Dokumentation.
  8. Schulung, Personal und Aufsicht organisieren — sorge dafür, dass während der Betriebszeiten immer eine geschulte Person anwesend ist.
  9. Hygiene, Wartung, Prüfbuch und Jugendschutz sicherstellen — setze die laufenden Betriebspflichten aus der Solarienverordnung um.
  10. Preise, Angebote und Kundenerlebnis entwickeln — gestalte Pakete, Pflegeprodukte und Atmosphäre so, dass Kund:innen wiederkommen.
  11. Marketing und Eröffnung vorbereiten — baue lokale Sichtbarkeit auf, sobald Betriebsanlage, Geräte und Personal stehen.

👉 Tipp: Arbeite die Schritte bewusst von oben nach unten ab. Jeder Schritt liefert die Information, die du für den nächsten brauchst.

Konzept, Zielgruppe und Geschäftsmodell festlegen

Bevor du dir einen Standort suchst oder Geräte vergleichst, brauchst du eine klare Antwort auf eine einzige Frage: Wem genau willst du was anbieten? Daraus ergibt sich fast alles Weitere — die Lage, die Geräte, die Preise und die spätere Marketingstrategie.

In Ă–sterreich haben sich drei Wege etabliert, ein Solarium zu starten. Jeder hat eigene Vor- und Nachteile.

Modell Vorteile Nachteile
Neugründung Volle Freiheit bei Konzept, Marke, Standort und Geräten. Du baust dein Studio so auf, wie es zu deiner Zielgruppe passt. Hoher Aufwand bei Aufbau, Marketing und Kundengewinnung. Du startest ohne Kundenstamm und ohne Erfahrungswerte.
Übernahme Bestehende Infrastruktur, eingeführter Standort, oft schon Kundenstamm und laufende Verträge. Höhere Anfangsinvestition. Du übernimmst auch Altlasten — etwa veraltete Geräte, alte Mietverträge oder einen angeschlagenen Ruf.
Franchise Erprobtes Konzept, Schulung, Einkaufsvorteile, fertige Marke. Gut für Quereinsteiger:innen ohne Branchenerfahrung. Eingeschränkte unternehmerische Freiheit, laufende Lizenzgebühren, Vorgaben zu Einrichtung, Preisen und Werbung.

Neben dem Modell solltest du dir früh über deine Zielgruppe klar werden. Klassische Sonnenstudio-Kund:innen sind eher jung, mehrheitlich weiblich und legen Wert auf Wellness, Pflege und ein angenehmes Ambiente. Wenn du dein Angebot um Beauty-Behandlungen, Pflegeprodukte oder Spray-Tanning erweiterst, sprichst du eine etwas breitere Klientel an und erhöhst den Umsatz pro Besuch.

Auch die Preislogik gehört in dieses Kapitel: Verkaufst du Einzelminuten, Pakete oder Mitgliedschaften? Bietest du Treuerabatte und saisonale Aktionen? Diese Entscheidungen prägen später deine Umsatzplanung und dein Kassen- und Buchungssystem.

đź’ˇ Hinweis: Ein Franchise wirkt am Anfang sicher, ist aber nicht automatisch gĂĽnstiger. Rechne EinstiegsgebĂĽhr, laufende Lizenzkosten und Vorgaben zur Einrichtung mit ein, bevor du dich entscheidest.

Standort und Räumlichkeit prüfen

Ein Solarium lebt von Laufkundschaft und Wiederkehrern aus dem direkten Einzugsgebiet. Der Standort entscheidet daher über Auslastung, Preisniveau und langfristige Wirtschaftlichkeit. Genauso wichtig: Die Räumlichkeit muss die Anforderungen der Solarienverordnung und die örtliche Bauordnung erfüllen. Beides solltest du gemeinsam prüfen, bevor du einen Mietvertrag unterschreibst.

Achte bei der Standortwahl auf folgende Faktoren:

  • Frequenz und Sichtbarkeit — gut einsehbare Lage an einer HauptstraĂźe oder in einer Einkaufszone.
  • Konkurrenz im Einzugsgebiet — drei Solarien an einer Ecke fĂĽhren zu Preiskampf, eine unterversorgte Lage ist meist wirtschaftlicher.
  • Erreichbarkeit — ausreichend Parkplätze und gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.
  • Nähe zu passenden Betrieben — Fitnessstudios, Kosmetik, Friseure oder Tattoo-Studios bringen Synergien.
  • Mietniveau — die Miete sollte in Relation zur erwarteten Kundenfrequenz stehen, sonst frisst sie deinen Gewinn.

Die Solarienverordnung stellt zusätzlich konkrete Anforderungen an die Räumlichkeit selbst. Diese Punkte solltest du vor Mietabschluss mit Vermieter:in und gegebenenfalls Baubehörde klären:

  • LĂĽftung — der Aufstellungsraum muss direkt ins Freie zu lĂĽften sein oder eine mechanische Be- und EntlĂĽftungsanlage haben.
  • Dusche und WC — beides ist Pflicht fĂĽr die Kundschaft.
  • Abwaschbare Flächen — Boden und Wände mĂĽssen bis zu einer Höhe von mindestens 1,60 m leicht abwaschbar sein.
  • Keine spiegelnden Oberflächen — Boden, Wände und Decken im Aufstellungsraum dĂĽrfen nicht stark reflektierend sein.
  • Bauliche Eignung — Kabinen, Stiegen, Toiletten und Barrierefreiheit mĂĽssen der Bauordnung entsprechen.

⚠️ Achtung: Kläre vor Mietvertragsabschluss mit der Baubehörde und der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat, ob am gewünschten Standort der Betrieb eines Solariums grundsätzlich zulässig ist. Flächenwidmung und Bebauungsvorschriften können den Betrieb ausschließen — auch in einem leerstehenden Geschäftslokal. Viele Behörden bieten dafür einen Bausprechtag oder eine Vorabklärung an.

Checkliste fĂĽr die Raumbesichtigung

  • LĂĽftung ins Freie oder mechanische Be- und EntlĂĽftung vorhanden oder einbaubar?
  • Sanitärbereich mit WC und Dusche realisierbar?
  • Strom- und Sicherungskapazität fĂĽr mehrere UV-Geräte ausreichend?
  • Boden und Wände abwaschbar oder gĂĽnstig umrĂĽstbar?
  • Genehmigte Nutzungsart laut Mietvertrag (z. B. „Geschäftslokal" oder „Dienstleistung")?
  • Anrainer:innen, mit denen es im Genehmigungsverfahren zu Einwänden kommen könnte?

Kosten, Finanzierung und Wirtschaftlichkeit kalkulieren

Die häufigste Frage zur Solarium-Gründung lautet: Was kostet das Ganze? Eine pauschale Zahl gibt es nicht — aber eine belastbare Bandbreite. Für ein neues Solarium in Österreich solltest du mit rund 80.000 bis 150.000 € an Startkapital rechnen. Bei einer Übernahme oder im Franchise-Modell variiert die Spanne, je nach Größe, Lage und Geräteanzahl.

Startkosten im Ăśberblick

Der größte Kostenblock sind die UV-Geräte. Dazu kommen Umbau, Einrichtung, Behördenkosten, Schulung und das erste Marketing.

Posten Kostenrahmen Anmerkung
Sonnenbank (pro Gerät) 5.000 – 15.000 € Je nach Leistung, Marke und Zusatzfunktionen wie Klimaanlage oder Soundsystem.
Gesichtsbräuner 500 – 3.000 € Häufig als Erweiterung in Kombigeräten enthalten.
Spray-Tanning-Anlage 5.000 – 12.000 € Optional, als Ergänzung oder Alternative zur UV-Bräunung.
Empfang und Wartebereich 3.000 – 8.000 € Theke, Sitzmöbel, Display, Beleuchtung.
Umkleidekabinen 2.000 – 5.000 € Abhängig von Anzahl und Ausstattung.
Lüftung, Beleuchtung, Klima 4.000 – 10.000 € Mechanische Be- und Entlüftung, LED-Systeme.
Umbau und bauliche Anpassung 5.000 – 25.000 € Sanitäreinbau, abwaschbare Flächen, Elektrik.
Behörden, Genehmigungen, Schulung 1.000 – 4.000 € Gewerbeanmeldung, Betriebsanlagengenehmigung, Schulung des Personals.
Marketing und Eröffnung 2.000 – 8.000 € Website, Google-Profil, Flyer, Eröffnungsaktion.

Laufende Kosten pro Monat

Neben der einmaligen Investition entstehen laufende Betriebskosten. Sie bestimmen, ab welcher Auslastung dein Studio profitabel wird.

Posten Monatlicher Rahmen Anmerkung
Miete 1.000 – 4.000 € Innenstadtlagen teurer, aber mit höherer Frequenz.
Strom und Wasser 800 – 2.500 € Stark abhängig von der Auslastung der UV-Geräte.
Personal 2.000 – 4.000 € Mindestens eine geschulte Person während aller Betriebszeiten.
Versicherungen 100 – 400 € Haftpflicht, Inhalt, gegebenenfalls Rechtsschutz.
Wartung und Reinigung 300 – 1.000 € Wartung durch Fachunternehmen, regelmäßige Reinigung.
Software, Werbung, Sonstiges 200 – 500 € Kassensystem, Buchungssoftware, lokale Werbung.

Finanzierung

Die Investition lässt sich in der Regel nicht aus einer einzigen Quelle decken. Üblich ist ein Mix aus:

  • Eigenkapital — die Bank erwartet meist 20 bis 30 % der Gesamtinvestition.
  • Bankkredit — klassisch ĂĽber die Hausbank, mit Businessplan und Sicherheiten.
  • Förderungen — Austria Wirtschaftsservice (AWS) und Landesförderungen bieten Garantien, zinsgĂĽnstige Kredite und Beratung.
  • WKO-GrĂĽnderservice — kostenfreie Beratung zu Finanzierung, Anmeldung und Förderungen.

Verdienst und Wirtschaftlichkeit

Wie viel man mit einem Solarium verdient, hängt von vier Faktoren ab: Anzahl der Geräte, Auslastung, Preisniveau und Zusatzumsätze. Eine grobe Logik zur Orientierung: Wenn ein Gerät pro Tag durchschnittlich zwei bis drei Stunden gebucht wird und du Pflegeprodukte sowie Pakete verkaufst, lassen sich pro Gerät mehrere Tausend Euro Umsatz pro Monat erzielen. Der Gewinn entsteht aber erst nach Abzug von Miete, Strom, Personal und Wartung.

Plane unbedingt saisonale Schwankungen ein. Im Winter und im Frühjahr läuft das Geschäft erfahrungsgemäß deutlich besser als in den Sommermonaten. Dein Cashflow muss diese Schwankungen auffangen können.

đź’ˇ Merke: Rechne mit einer Break-even-Auslastung von etwa 30 bis 40 % der theoretischen Maximalbelegung. Erst darĂĽber wird dein Studio nachhaltig profitabel.

Businessplan erstellen

Der Businessplan ist nicht nur ein Pflichtdokument für die Bank — er ist dein eigener Stresstest. Er zwingt dich, alle vorherigen Überlegungen schriftlich durchzurechnen und Lücken zu schließen, bevor du Geld in die Hand nimmst.

Ein tragfähiger Businessplan für ein Sonnenstudio enthält die folgenden Bausteine:

  • Geschäftsidee und Positionierung — was unterscheidet dein Studio von der Konkurrenz?
  • Zielgruppe — wer ist deine Hauptkundschaft, in welcher Lebensphase, mit welchem Budget?
  • Standort und Wettbewerbsanalyse — wie sieht das Umfeld aus, wer bietet was, zu welchen Preisen?
  • Investitionsplan — Geräte, Umbau, Einrichtung, Eröffnungskosten (siehe Kosten-Kapitel).
  • Umsatz- und Kostenplan — realistische Auslastung pro Gerät, Preisstruktur, Personalkosten, Energie.
  • Marketingplan — welche Kanäle, welches Budget, welche Eröffnungsstrategie?
  • Risiken und MaĂźnahmen — saisonale Schwankungen, neue Mitbewerber, Geräteausfälle, Mietsteigerung.

Pflichtinhalte eines Businessplans

  • Executive Summary (1 Seite Zusammenfassung)
  • Beschreibung von Idee, Standort und Zielgruppe
  • Marktanalyse mit konkreten Zahlen zum Einzugsgebiet
  • Detaillierter Investitionsplan
  • Drei-Jahres-Umsatz- und Kostenplanung
  • Finanzierungsplan mit Eigen- und Fremdkapital
  • Lebenslauf und Qualifikationen

Banken und Förderstellen achten besonders auf die Plausibilität der Umsatzplanung. Wenn du sehr optimistische Zahlen ohne Begründung ansetzt, verlierst du Vertrauen. Besser sind realistische Annahmen mit einer klar nachvollziehbaren Rechnung pro Gerät, pro Tag, pro Saison.

👉 Tipp: Das Gründerservice der WKO prüft Businesspläne kostenfrei und liefert oft wertvolle Hinweise zu lokalen Förderungen und zur Wirtschaftlichkeit. Nutze diese Beratung, bevor du den Plan bei der Bank einreichst.

Gewerbe anmelden und GrĂĽndung formal starten

Der Betrieb eines Solariums ist in Österreich ein freies Gewerbe nach der Gewerbeordnung (GewO). Das bedeutet: Du brauchst keinen Befähigungsnachweis — also keine Meisterprüfung, keine Berufsausbildung und keinen Branchennachweis. Die Gewerbeanmeldung bei der zuständigen Behörde ist der erste formale Schritt. Zusätzlich musst du aber die Solarienverordnung einhalten und gegebenenfalls eine Betriebsanlagengenehmigung einholen.

Wer ist zuständig?

In Österreich meldest du das Gewerbe bei der Bezirkshauptmannschaft am Standort des Betriebs an. In Städten mit eigenem Statut (z. B. Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Villach, Steyr, Wels, Eisenstadt, Krems, Sankt Pölten, Waidhofen an der Ybbs, Rust) ist der Magistrat zuständig.

Voraussetzungen fĂĽr die Gewerbeanmeldung

Damit du das Gewerbe antreten kannst, müssen folgende persönliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Eigenberechtigung — Volljährigkeit.
  • Keine GewerbeausschlussgrĂĽnde — etwa Verurteilungen wegen betrĂĽgerischer Krida, Gläubigerschädigung oder eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten beziehungsweise Geldstrafe ĂĽber 180 Tagsätzen.
  • Staatsangehörigkeit — Ă–sterreich, EWR oder Schweiz; sonst gĂĽltiger Aufenthaltstitel zur selbstständigen Erwerbstätigkeit.

Unterlagen zur Anmeldung

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Strafregisterbescheinigung des Herkunftslands (bei Personen, die weniger als fĂĽnf Jahre in Ă–sterreich leben)
  • Firmenbuchauszug (bei GmbH, OG, KG — nicht älter als sechs Monate)
  • Niederlassungs- oder Aufenthaltsnachweis fĂĽr Nicht-EU-BĂĽrger:innen

Was nach der Anmeldung passiert

Sobald die Anmeldung verarbeitet ist, kannst du das Gewerbe antreten. Drei weitere Schritte folgen automatisch oder mĂĽssen aktiv erledigt werden:

  • WKO-Mitgliedschaft — du wirst durch das Wirtschaftskammergesetz automatisch Mitglied bei der Wirtschaftskammer Ă–sterreich. Die Beiträge richten sich nach Umsatz und Sparte.
  • Sozialversicherung — die Pflichtversicherung bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) beginnt mit dem Anmeldedatum. Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung laufen automatisch.
  • Finanzamt — innerhalb eines Monats nach Beginn der Tätigkeit musst du dich beim Betriebsfinanzamt steuerlich melden, in der Regel ĂĽber das Unternehmensserviceportal (USP) und FinanzOnline.

Rechtsformen im Ăśberblick

Welche Rechtsform für dich passt, hängt von Haftung, Steuerlast und Wachstumsplänen ab.

Rechtsform Geeignet fĂĽr Haftung
Einzelunternehmen Einzelne Gründer:innen mit überschaubarem Risiko. Unbeschränkt mit dem gesamten Privatvermögen.
OG / KG Zwei oder mehr Gründer:innen. OG: unbeschränkt. KG: Komplementär unbeschränkt, Kommanditist:in beschränkt.
GmbH Größere Vorhaben, mehrere Standorte, höheres Investitionsvolumen. Nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Stammkapital mindestens 10.000 €.
FlexCo Moderne Alternative zur GmbH mit flexibleren Anteilsregeln. Wie GmbH. Stammkapital mindestens 10.000 €.

💡 Hinweis: Die Wahl der Rechtsform wirkt sich direkt auf Buchführungspflicht, Steuerbelastung und persönliche Haftung aus. Lass dich vor der Anmeldung von einer Steuerberatung oder dem WKO-Gründerservice beraten.

Betriebsanlage und Genehmigungen mit der Behörde klären

Neben der reinen Gewerbeanmeldung ist die Betriebsanlagengenehmigung der zweite zentrale Rechtsblock. Sie regelt, ob deine konkrete Anlage — also Räume, Geräte, Lüftung, Hygieneeinrichtungen — zulässig ist.

Wann ist eine Genehmigung nötig?

Die Solarienverordnung (BGBl. Nr. 147/1995 in der geltenden Fassung) schafft eine wichtige Ausnahme: Solarien, die alle Anforderungen der Verordnung erfüllen und ausschließlich Geräte vom UV-Typ 3 verwenden, begründen für sich allein keine Genehmigungspflicht einer gewerblichen Betriebsanlage (§ 2 Solarienverordnung).

Das heißt aber nicht, dass du automatisch ohne Genehmigung loslegen darfst. Mehrere Punkte können trotzdem zu einer Genehmigungspflicht führen:

  • Verwendung von Geräten vom UV-Typ 4 (medizinisch ähnliche Anwendung mit zusätzlichen Pflichten).
  • Zusätzliche Einrichtungen wie Gastronomie, Fitnessgeräte, Wellness- oder Beauty-Behandlungen mit eigenen Geräten.
  • Bauliche MaĂźnahmen wie Umbau, LĂĽftungsanlagen oder Ă„nderung der Raumstruktur.
  • Auswirkungen auf Nachbarn — Lärm, Geruch, Lichtimmissionen.

Bei einer Übernahme eines bestehenden Studios solltest du zusätzlich prüfen, ob für die Räume eine Benützungsbewilligung der Baubehörde vorliegt und ob die ursprüngliche Betriebsanlagengenehmigung noch gilt.

Vorabklärung bei der Behörde

Bevor du investierst, ist eine Vorabklärung mit der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat ratsam. Viele Behörden bieten dafür einen Bausprechtag oder einen Betriebsanlagensprechtag an. Dort kannst du Pläne und Konzept vorlegen und prüfen lassen, ob eine Genehmigung erforderlich ist.

Unterlagen fĂĽr das Genehmigungsverfahren

Wenn eine Betriebsanlagengenehmigung nötig ist, brauchst du in der Regel folgende Unterlagen:

  • Betriebsbeschreibung — Unternehmensgegenstand, Betriebszeiten, Ablauf, Anzahl der Mitarbeiter:innen.
  • Pläne und Skizzen — Grundriss und Schnitt der Räumlichkeiten, Einrichtungspläne, LĂĽftungs- und Heizungspläne.
  • Geräteverzeichnis — Anzahl, Typ und Leistung der UV-Bestrahlungsgeräte.
  • Strahlungstechnische Unterlagen — Konformitätserklärung nach EN 60335-2-27, Angaben zur EntlĂĽftung, Gutachten.
  • Abfallwirtschaftskonzept — Vermeidung, Verwertung und Entsorgung der betrieblichen Abfälle.
  • Emissionsbeschreibung — Lärm, Geruch, Lichtimmissionen.
  • Anrainerverzeichnis — EigentĂĽmer:innen der direkt angrenzenden GrundstĂĽcke.
  • Lageplan.

⚠️ Achtung: Mit dem Umbau oder dem Betrieb darfst du erst beginnen, wenn der Genehmigungsbescheid rechtskräftig ist. Starte Investitionen erst nach dieser Klärung — sonst riskierst du teure Rückbauten oder eine Untersagung des Betriebs.

UV-Geräte, Normen und Ausstattung auswählen

Die Geräteauswahl ist nicht nur eine Frage von Komfort und Preis. UV-Bestrahlungsgeräte sind in Österreich detailliert reguliert. Wer Geräte ohne Norm-Konformität kauft, riskiert die Verweigerung der Genehmigung und teure Nachbesserungen.

UV-Typ 3 vs. UV-Typ 4

Im gewerblichen Betrieb sind nur zwei Gerätetypen relevant:

  • UV-Typ 3 — der gewerbliche Standardtyp. Maximale Flächenleistungsdichte 0,15 W/m² ĂĽber das gesamte Wellenlängenspektrum. UV-Typ-3-Geräte können unter bestimmten Bedingungen dazu fĂĽhren, dass die Verwendung fĂĽr sich allein keine Genehmigungspflicht einer gewerblichen Betriebsanlage auslöst (§ 2 Solarienverordnung). Die konkrete Anlage solltest du trotzdem vorab mit der zuständigen Behörde klären.
  • UV-Typ 4 — leistungsstärkere Geräte mit zusätzlichen Pflichten: Kundendatei, Bestrahlungszeit im Minutenintervall, ständige Anwesenheit einer geschulten Person, gegebenenfalls ärztliche Aufsicht.

⚠️ Achtung: Geräte mit der Bezeichnung „Typ 03" sind nicht automatisch identisch mit dem UV-Typ 3 nach Solarienverordnung. Manche Geräte überschreiten in einzelnen Wellenlängenbereichen die zulässige Flächenleistungsdichte. Prüfe das Gutachten vor dem Kauf.

Technische Pflicht-Anforderungen

Jedes Gerät muss folgende Nachweise und Eigenschaften erfüllen:

  • Norm-Konformität nach Ă–VE/Ă–NORM EN 60335-2-27 (Sicherheit von UV-Bestrahlungsgeräten).
  • Ă–VE-PrĂĽfzeichen oder ein gleichwertiges, in Ă–sterreich anerkanntes Sicherheitszeichen.
  • Gutachten einer staatlich autorisierten Stelle, eines Ziviltechnikers oder einer akkreditierten PrĂĽfstelle.
  • Messprotokoll mit Angaben zu UV-Typ, Bestrahlungsstärke, Nutzfläche, empfohlenem Abstand und Bestrahlungsdauer.
  • Konstruktion: Der kĂĽrzeste empfohlene Bestrahlungsabstand darf nicht unterschritten werden können, das Gerät darf ohne Filter nicht starten, und ein Strahlertausch darf die wesentlichen Geräteeigenschaften nicht verändern.
  • Bedienung: Die Bedienelemente mĂĽssen so angebracht sein, dass Kund:innen sie während der Bestrahlung nicht erreichen — sie mĂĽssen das Gerät aber jederzeit abschalten können.

Pflicht-Ausstattung im Aufstellungsraum

Neben dem Gerät selbst schreibt die Solarienverordnung die folgende Ausstattung vor:

  • Mindestens zwei geprĂĽfte Schutzbrillen pro Gerät, immer im Raum verfĂĽgbar.
  • Gefahrenhinweise am Gerät oder in unmittelbarer Nähe — etwa: „ACHTUNG: Ultraviolett-Strahlung kann Augen- und Hautschäden hervorrufen und das Hautkrebsrisiko erhöhen!"
  • Deutschsprachige Gebrauchsanweisung sichtbar im Aufstellungsraum.
  • Empfohlene Anfangsbestrahlungsdauer fĂĽr 100 J/m² gut sichtbar angebracht.
  • Be- und EntlĂĽftung ins Freie oder mechanisch.
  • Dusche und WC fĂĽr die Kundschaft.

Geräte-Kaufcheckliste

  • Liegt eine Konformitätserklärung nach EN 60335-2-27 vor?
  • Ist das Ă–VE-PrĂĽfzeichen oder ein gleichwertiges Sicherheitszeichen vorhanden?
  • Wurde ein Gutachten durch eine autorisierte Stelle erstellt?
  • Liegt fĂĽr das konkrete Gerät ein Messprotokoll bei?
  • Werden alle Filter, Reflektoren und auswechselbaren Strahler im Protokoll dokumentiert?
  • Bietet der Händler oder Hersteller eine Bestätigung ĂĽber den Bruchsensor im Gesichtsfeld?
  • Sind die Gefahrenhinweise und Aufkleber mitgeliefert oder mĂĽssen sie nachgerĂĽstet werden?

👉 Tipp: Verhandle Kaufverträge so, dass sie unter der Bedingung einer positiv erfolgten behördlichen Genehmigung abgeschlossen werden können. Sonst hast du Geräte stehen, die du nicht betreiben darfst.

Schulung, Personal und Aufsicht organisieren

Ein Solarium darf in Österreich nicht wie ein unbeaufsichtigter Automat laufen. Die Solarienverordnung schreibt vor, dass während der gesamten Betriebszeiten eine Person anwesend sein muss, die nachweislich Kenntnisse über die Gefahren der UV-Bestrahlung und der Hygiene hat. Das wirkt sich direkt auf deine Personalplanung, deine Schichten und deine Öffnungszeiten aus.

Was die Schulung umfassen muss

Eine Schulung zur Besonnungsberatung deckt mindestens diese Inhalte ab:

  • Hauttypen und ihre Reaktion auf UV-Strahlung.
  • Bestrahlungsdauer und -intervalle je nach Hauttyp und Gerät.
  • Risiken und Kontraindikationen — Medikamente, Hautkrankheiten, Vorbelastungen.
  • Hygiene und Desinfektion im laufenden Betrieb.
  • Gerätekunde — Funktion, Sicherheit, Notfall.
  • Rechtliche Pflichten aus der Solarienverordnung.

Die fachliche Grundlage in Österreich ist die ÖNORM EN 16489 (Teile 1 bis 3): Anforderungen an Ausbildungsdienstleistungen, an die Qualifikation der Sonnenstudio-Fachkraft und an die Bereitstellung der Dienstleistung. Sie hat die früheren ÖNORMEN S 1131 und S 1132 ersetzt. Schulungen werden in Österreich von Fachausbildungsanbietern und von Geräteherstellern angeboten.

Selbstbedienungsverbot

Eines der wichtigsten Prinzipien: Solarien dürfen nicht zur Selbstbedienung eingerichtet sein. Auch wenn du Münz-, Jeton- oder Wertmarkenautomaten einsetzt, brauchst du zusätzlich eine geschulte Person vor Ort. Das gilt für die gesamte Betriebszeit.

Personalplanung in der Praxis

  • Ă–ffnungszeiten an StoĂźzeiten der Zielgruppe ausrichten — meist abends und am Wochenende.
  • Schichtplan so legen, dass immer eine geschulte Person anwesend ist.
  • Vertretungen fĂĽr Urlaub und Krankheit einplanen.
  • Lohnnebenkosten und Sozialabgaben in deiner Kostenplanung berĂĽcksichtigen.

Checkliste fĂĽr Personal und Schulung

  • Hat mindestens eine Person eine abgeschlossene Schulung zur Besonnungsberatung mit Nachweis?
  • Sind Schulungsbescheinigungen im Studio griffbereit?
  • Ist der Schichtplan so gestaltet, dass zu jeder Betriebszeit eine geschulte Person anwesend ist?
  • Werden Mitarbeiter:innen regelmäßig nachgeschult, wenn Geräte oder Vorschriften sich ändern?

Hygiene, Wartung, PrĂĽfbuch und Jugendschutz sicherstellen

Sobald dein Studio geöffnet hat, beginnen die laufenden Betriebspflichten. Sie entscheiden über Behördenkonformität, Haftung und das Vertrauen deiner Kundschaft. Die Solarienverordnung ist hier sehr konkret.

Hygiene und Desinfektion

  • Liegefläche reinigen — nach jeder BenĂĽtzung entweder mit einer Schutzfolie neu bespannen oder mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (Sauerstoff- oder Chlorabspalter) in der vom Hersteller empfohlenen Konzentration und Einwirkzeit reinigen.
  • Schutzbrillen desinfizieren — nach jedem Gebrauch so reinigen, dass keine Ăśbertragung infektiöser Erkrankungen möglich ist.
  • Aufstellungsraum täglich reinigen — der Raum muss mindestens einmal pro Tag desinfizierend gereinigt werden.
  • Sanitäranlagen — Dusche und WC sauber halten, Spender fĂĽr Desinfektionsmittel bereitstellen.
  • Schulung des Personals — Hygieneabläufe mĂĽssen regelmäßig geschult werden.

Wartung und Reparatur

Reparatur- und Wartungsarbeiten an UV-Bestrahlungsgeräten dürfen nur durch Fachunternehmen durchgeführt werden. Eine wichtige Ausnahme: Der Austausch von unbrauchbar gewordenen UV-Strahlungsquellen durch solche gleichen Typs ist auch ohne Fachunternehmen zulässig.

Wartungsintervalle ergeben sich aus der Gebrauchsanweisung des Herstellers. Zusätzlich brauchst du regelmäßige Überprüfungen, deren Ergebnisse im Prüfbuch dokumentiert werden.

PrĂĽfbuch fĂĽhren

Für jedes UV-Bestrahlungsgerät musst du ein Prüfbuch führen. Es enthält:

  • Hersteller, Importeur, Baujahr und Gerätenummer.
  • UV-Typ Nr. 3.
  • KĂĽrzester empfohlener Bestrahlungsabstand.
  • Wirksame Bestrahlungsstärke beim kĂĽrzesten Abstand.
  • Anfangsbestrahlungsdauer fĂĽr 100 J/m².
  • Schwellenbestrahlungsdauer fĂĽr 250 J/m² und 350 J/m².
  • Leuchtdichte nach EN 60335-2-27.
  • Prozentuelle Durchlässigkeit der Schutzbrillen.
  • Maximale Abschaltzeit der Zeitschaltuhr.
  • Wartungsintervalle und Wartungsprotokolle.
  • Unterschriften von Betreiber:in und PrĂĽfer:in nach jeder Wartung.

Das Prüfbuch muss bis zum Ablauf von drei Jahren nach der letzten Eintragung im Betrieb aufbewahrt werden, damit Behördenorgane jederzeit Einsicht nehmen können.

Jugendschutz — Verbot für unter 18-Jährige

Seit 1. September 2010 gilt in Ă–sterreich ein striktes BenĂĽtzungsverbot fĂĽr Personen unter 18 Jahren (BGBl. II Nr. 106/2010). Als Betreiber:in musst du durch geeignete MaĂźnahmen sicherstellen, dass diese Altersgrenze eingehalten wird.

  • Verbotsschild allein reicht nicht. Ein bloĂźer Hinweis ist keine geeignete MaĂźnahme.
  • Geeignete MaĂźnahmen sind zum Beispiel: Feststellen des Alters anhand eines amtlichen Lichtbildausweises, Ausgabe von Zutrittskarten oder Zutrittscodes nur an nachweislich volljährige Personen, persönliche Freigabe durch geschultes Personal.
  • Schriftliche Erlaubnis der Eltern kann das Verbot nicht umgehen — auch nicht mit Einverständniserklärung.

Tägliche und wöchentliche Hygiene-Checkliste

  • Nach jedem Kundenkontakt: Liegefläche desinfizieren oder Folie wechseln.
  • Nach jedem Kundenkontakt: Schutzbrille desinfizieren.
  • Mindestens einmal täglich: Aufstellungsraum desinfizierend reinigen.
  • Wöchentlich: LĂĽftungsfilter und Geräteoberflächen kontrollieren.
  • Monatlich: PrĂĽfbuch durchsehen, Wartungstermine planen.
  • Bei Geräteausfall: Reparatur durch Fachunternehmen beauftragen, Vorgang im PrĂĽfbuch eintragen.

Preise, Angebote und Kundenerlebnis entwickeln

Ein Solarium verkauft keine Bräune — es verkauft ein wiederkehrendes Wohlfühl-Erlebnis. Welche Preise du nimmst, welche Pakete du anbietest und wie du das Studio gestaltest, entscheidet darüber, ob Kund:innen einmalig kommen oder Stammkundschaft werden.

Preisstruktur

  • Minutenpreise — klassische Abrechnung pro Bestrahlungsminute, einfach und transparent.
  • Pakete — z. B. 100 Minuten zu einem Vorzugspreis. Beliebt bei regelmäßiger Kundschaft.
  • Mitgliedschaften — monatliche Pauschale mit Inklusivminuten oder unbegrenzter Nutzung. Sichert konstante Einnahmen.
  • Zusatzleistungen — Spray-Tanning, Beauty-Treatments, Pflegeprodukte.

Blockkarten korrekt anbieten

Die Solarienverordnung enthält in § 3.7 eine konkrete Vorgabe zu Blockkarten: Sie dürfen im Vorverkauf nur abgegeben werden, wenn die Verrechnung entsprechend der Bestrahlungsdauer (beim kürzesten empfohlenen Bestrahlungsabstand für 250 J/m²) erfolgt und eine Rückerstattung möglich ist. Gestalte deine AGB und dein Kassensystem von Anfang an so, dass diese Bedingung erfüllt ist.

Zusatzumsätze

Pflegeprodukte und Beauty-Add-ons sind ein zentraler Hebel fĂĽr mehr Umsatz pro Besuch:

  • After-Sun-Produkte und Beschleuniger — direkt an der Liege oder im Empfangsbereich präsentieren.
  • Hautpflege nach Hauttyp — Beratung als Service, Verkauf als Mehrwert.
  • Spray-Tanning — als Alternative oder Ergänzung, vor allem fĂĽr Hauttypen, die kein UV vertragen.
  • Gutscheine — saisonal stark, vor allem zu Muttertag, Weihnachten und vor dem Sommer.

Kundenerlebnis

  • Beratung nach Hauttyp — auch wenn Personal anwesend sein muss, kannst du das aktiv als Service positionieren.
  • WohlfĂĽhlambiente — saubere, gut belĂĽftete Räume, angenehme Beleuchtung im Wartebereich, dezente Musik.
  • Einfache Buchung und Zahlung — Online-Reservierung, kontaktlose Zahlung, digitale Kundenkarten.
  • Kundenpflege — Geburtstagsrabatte, Treueprogramme, automatisierte Erinnerungen bei längerer Pause.

💡 Hinweis: Sammle Kundendaten von Anfang an strukturiert und DSGVO-konform. Eine saubere Kundendatei ist später die Basis für Marketingaktionen, Treueprogramme und Auswertung der Auslastung.

Marketing und Eröffnung vorbereiten

Marketing solltest du erst hochfahren, wenn alle Vorarbeiten erledigt sind: Betriebsanlage geklärt, Geräte abgenommen, Personal geschult, Hygieneprozesse eingespielt. Sonst riskierst du, Kund:innen anzuziehen, bevor du liefern kannst — und vergisst gleichzeitig wertvolle Last-Minute-Pflichten.

Lokale Sichtbarkeit aufbauen

  • Google Business Profile — vollständiger Eintrag mit Ă–ffnungszeiten, Preisen, Fotos, Kategorie „Sonnenstudio". Wichtigster Hebel fĂĽr lokale Sichtbarkeit.
  • Website — klar strukturiert, mit Preisen, Ă–ffnungszeiten, Buchungslink, Anfahrt und Pflichtinformationen (Impressum, Datenschutz, AGB).
  • Lokale SEO — Standortname und „Solarium" oder „Sonnenstudio" im Title-Tag, in den Ăśberschriften und in den Bewertungen.
  • Bewertungsmanagement — aktiv Kund:innen um eine Google-Bewertung bitten, professionell auf Feedback reagieren.

Social Media und Content

  • Instagram und TikTok sprechen die typische Wellness- und Beauty-Zielgruppe direkt an.
  • Inhalte mit echtem Mehrwert — Hautpflege-Tipps, Hauttyp-Erklärungen, Behind-the-Scenes, Geräte-Reels.
  • Aktionen — saisonale Specials, After-Work-Slots, Pakete fĂĽr Brautpaare, Geburtstagsangebote.

Lokale Kooperationen

  • Fitnessstudios, Kosmetik-, Friseur- und Tattoostudios in der Nähe.
  • Wechselseitige Empfehlungen, Kombi-Gutscheine, gemeinsame Eröffnungsaktionen.
  • Lokale Sportvereine oder Tanzschulen fĂĽr Gruppentarife.

Eröffnungs-Checkliste

  • Geräte vor der Eröffnung von einem:einer Gutachter:in abnehmen lassen.
  • Schulungsnachweise des Personals griffbereit ablegen.
  • Aushänge: Gefahrenhinweise, Gebrauchsanweisung, Jugendschutz, Hygieneregeln.
  • Eröffnungsaktion planen — Rabatt, Gutschein, Welcome-Paket.
  • Lokale Presse, Stadtteilportale, regionale Newsletter informieren.
  • Erste Bewertungen aktiv einholen — ohne Anreize, die Google verbietet.

👉 Tipp: Plane die ersten zwei bis vier Wochen als Soft-Opening mit reduzierter Auslastung. So kannst du Abläufe testen, ohne von Anfang an Wartezeiten oder Reklamationen zu produzieren.

Häufige Fragen zum Solarium eröffnen

Was braucht man, um ein Solarium in Österreich zu eröffnen?

Du brauchst ein klares Konzept, einen geeigneten Standort, ausreichend Startkapital, eine Gewerbeanmeldung bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat, gegebenenfalls eine Betriebsanlagengenehmigung, normgerechte UV-Geräte sowie eine geschulte Person für die Betriebszeiten. Pflicht sind außerdem Dusche, WC, Lüftung und ein Prüfbuch je Gerät.

Wie viel kostet es, ein Solarium zu eröffnen?

Für eine vollständige Neugründung in Österreich solltest du mit rund 80.000 bis 150.000 € Startkapital rechnen. Den größten Anteil machen die UV-Geräte aus, gefolgt von Umbau, Lüftung, Einrichtung und Marketing. Dazu kommen laufende Monatskosten zwischen 4.000 und 12.000 €, je nach Größe, Lage und Personalaufwand.

Wie viel verdient man mit einem Solarium?

Der Verdienst hängt von Auslastung, Preisniveau, Zusatzumsätzen und Standort ab. Pro Gerät sind bei guter Auslastung mehrere Tausend Euro Umsatz pro Monat realistisch — der Gewinn ergibt sich nach Abzug von Miete, Strom, Personal, Wartung und Versicherung. Plane mit einer Break-even-Auslastung von etwa 30 bis 40 % der theoretischen Maximalbelegung pro Gerät.

Ist ein Solarium in Ă–sterreich ein freies Gewerbe?

Ja. Der Betrieb eines Solariums ist nach der Gewerbeordnung ein freies Gewerbe. Du brauchst keinen Befähigungsnachweis. Die Anmeldung erfolgt bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder beim Magistrat. Mit der Anmeldung wirst du automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer und pflichtversichert bei der SVS. Zusätzlich gelten die Pflichten aus der Solarienverordnung und gegebenenfalls aus dem Betriebsanlagenrecht.

Brauche ich eine Betriebsanlagengenehmigung?

Das hängt von Geräten und Räumen ab. Solarien, die ausschließlich Geräte vom UV-Typ 3 verwenden und alle Anforderungen der Solarienverordnung erfüllen, begründen für sich allein keine Genehmigungspflicht (§ 2 Solarienverordnung). Sobald Geräte vom UV-Typ 4, Zusatzangebote wie Gastronomie oder Fitness oder bauliche Veränderungen dazukommen, ist eine Genehmigung in der Regel erforderlich. Kläre das vor Mietvertrag und Investition mit der Behörde.

Darf ein Solarium als Selbstbedienungsstudio betrieben werden?

Nein. Die Solarienverordnung schreibt ein Selbstbedienungsverbot vor. Auch bei Münz- oder Jetonautomaten muss während der Betriebszeiten eine fachkundige Person anwesend sein. Unbeaufsichtigte 24/7-Konzepte sind in Österreich nicht zulässig.

DĂĽrfen Personen unter 18 Jahren ins Solarium?

Nein. Seit 1. September 2010 ist die Benützung von Solarien für Personen unter 18 Jahren verboten. Du musst durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass die Altersgrenze eingehalten wird — etwa durch Lichtbildausweis-Kontrolle oder Ausgabe von Zutrittscodes nur an Volljährige. Ein bloßes Verbotsschild reicht nicht. Auch eine schriftliche Erlaubnis der Eltern hebt das Verbot nicht auf.

Lohnt sich ein Solarium-Franchise?

Ein Franchise ist eine Option für Gründer:innen ohne Branchenerfahrung oder mit begrenztem Eigenkapital. Du profitierst von einer bekannten Marke, geschulten Abläufen und gebündeltem Einkauf. Im Gegenzug zahlst du Einstiegsgebühr und laufende Lizenzkosten und bist an Vorgaben gebunden. Rechne beide Szenarien — Neugründung und Franchise — vor der Entscheidung detailliert durch.

Christian
Christian
GrĂĽnder von shoperate

Ein Solarium in Österreich zu eröffnen ist machbar — vorausgesetzt, du arbeitest die wichtigsten Schritte sauber in der richtigen Reihenfolge ab. Der formale Einstieg ist als freies Gewerbe überschaubar. Komplexer wird es bei Standortwahl, Betriebsanlage, Geräteauswahl und den laufenden Pflichten aus der Solarienverordnung.

Wer früh in Hygiene, geschultes Personal und ein konsistentes Service-Erlebnis investiert, schafft die Basis für stabile Stammkundschaft. Halte deine Kosten realistisch im Blick, plane saisonale Schwankungen ein und kläre alle Auflagen mit der Behörde vor Mietvertrag und Gerätekauf. Dann hast du nicht nur ein rechtssicheres Studio, sondern auch eines, das wirtschaftlich tragfähig ist.

lg Christian und das Team von shoperate

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