Preisauszeichnung in Ă–sterreich

Was das Preisauszeichnungsgesetz für Handel, Gastro und Dienstleister bedeutet — und wie du Fehler vermeidest

Letztes Update:
13.4.2026

Preisauszeichnung in Ă–sterreich

Christian

Christian

GrĂĽnder von shoperate

Die smarte Registrierkasse

Wer in Österreich an Konsument:innen verkauft, muss Preise als Bruttopreise klar, lesbar und richtig zuordenbar auszeichnen. Bei vielen Waren kommt zusätzlich der Grundpreis dazu. Dieser Leitfaden erklärt dir die Pflichten nach dem Preisauszeichnungsgesetz, Sonderregeln für Gastronomie und Dienstleistungen, die 30-Tage-Regel bei Rabatten und was bei falscher Preisauszeichnung passiert.

Preisauszeichnung in Ă–sterreich

Was Preisauszeichnung in Ă–sterreich bedeutet und wen sie betrifft

Wer in Österreich Waren oder bestimmte Leistungen an Konsument:innen verkauft, muss Preise klar und sichtbar angeben. Das ist die Kernpflicht der Preisauszeichnung. Geregelt wird sie vor allem im Preisauszeichnungsgesetz (PrAG) — mit dem Ziel, Transparenz für Verbraucher:innen und fairen Wettbewerb zwischen Betrieben sicherzustellen.

Die Preisauszeichnung in Österreich betrifft grundsätzlich alle Unternehmen, die Sachgüter, bestimmte Dienstleistungen oder Flugreisen gegenüber Konsument:innen anbieten. Das schließt den Einzelhandel ebenso ein wie Gastronomiebetriebe, Friseur:innen, Werkstätten, Fitnessstudios oder Apotheken. Reine B2B-Geschäfte sind im Regelfall nicht betroffen, und nicht jede Dienstleistung fällt unter die Auszeichnungspflicht.

👉 Betrifft mich das? Wenn du einen Laden, ein Lokal, einen Salon oder eine Werkstatt betreibst und Endkund:innen bedienst, lautet die Antwort laut PrAG in den allermeisten Fällen: ja.

Welche Preise du angeben musst

Der Bruttopreis ist die zentrale Pflichtangabe bei der Preisauszeichnung in Österreich. Er umfasst den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer und sämtlicher Abgaben und Zuschläge — auch Entsorgungsbeiträge oder gesetzliche Aufschläge. Der Nettopreis darf laut Preisauszeichnungsgesetz zusätzlich angeführt werden, er darf den Bruttopreis aber nie ersetzen.

Bei Waren ist der sogenannte Verkaufspreis anzugeben — also der Endpreis, den Kund:innen tatsächlich bezahlen. Bei vielen Produkten kommt zusätzlich der Grundpreis dazu (dazu mehr im nächsten Abschnitt).

Preisart Was wird angegeben? Wann relevant?
Verkaufspreis Endpreis inkl. aller Steuern und Abgaben Bei jeder Ware
Grundpreis Preis pro kg, l, m, m² oder m³ Bei Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche
Gesamtpreis (Leistung) Bruttopreis inkl. USt und Zuschläge Bei Dienstleistungen im Preisverzeichnis

Die Regeln gelten auch bei freiwilligen Preisangaben: Wer Preise in Werbung, Schaufenstern oder im Online-Shop angibt, muss sich laut Preisauszeichnungsgesetz Österreich an dieselben Grundsätze halten. Auch im E-Commerce sind Bruttopreise und — bei den entsprechenden Waren — Grundpreise Pflicht. Der Online-Shop gilt dabei als eigener Vertriebskanal, was unter anderem für die 30-Tage-Regel bei Rabatten relevant ist.

💡 Merke: Alles, was Kund:innen am Ende bezahlen, muss im ausgezeichneten Preis bereits enthalten sein — egal ob im Geschäft, im Schaufenster oder online.

So muss die Preisauszeichnung aussehen

Preise müssen leicht lesbar und dem richtigen Produkt oder der richtigen Leistung eindeutig zuordenbar sein. Wie die Auszeichnung im Detail aussieht, hängt vom Verkaufsformat ab.

Bei sichtbar ausgestellten Waren — etwa im Regal, im Schaufenster oder auf dem Ladentisch — erfolgt die Auszeichnung direkt auf dem Produkt, auf der Verpackung oder in unmittelbarer Nähe. Bei anderen Waren oder Leistungen genügt ein Preisverzeichnis, das im Geschäftslokal leicht zugänglich ist.

Für Selbstbedienungsregale sieht das PrAG eine Lesbarkeitsvermutung vor: Verkaufspreise gelten als lesbar, wenn die Schriftgröße mindestens 8 mm beträgt. Für den Grundpreis sind es 4 mm. Bei digitalen Anzeigen gilt eine Mindesthöhe von 3,5 mm für den Grundpreis. Diese Werte sind Vermutungsregeln — kleinere Schrift kann im Einzelfall trotzdem ausreichen, wenn die Lesbarkeit gegeben ist.

Checkliste — Ist dein Preisetikett korrekt?

âś… Preis ist dem richtigen Produkt eindeutig zugeordnet

✅ Bruttopreis ist die größte und auffälligste Angabe

✅ Grundpreis (falls nötig) steht direkt beim Verkaufspreis

âś… Schrift ist auch aus normaler Entfernung gut lesbar

âś… Preis ist in Euro angegeben

Grundpreisauszeichnung: Preis pro Kilo, Liter, Meter oder StĂĽck

Neben dem Verkaufspreis ist bei vielen Waren in Österreich auch der Grundpreis anzugeben. Er zeigt den Preis pro Mengeneinheit und macht unterschiedlich große Packungen vergleichbar — etwa zwei Flaschen Olivenöl mit 500 ml und 750 ml.

Grundsätzlich ist der Grundpreis bei allen Waren Pflicht, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden. Die typischen Bezugsgrößen sind Kilogramm, Liter, Meter, Quadratmeter oder Kubikmeter. Für bestimmte Produktgruppen gelten Sonderbezugsgrößen:

Produkt Bezugsgröße
Backwaren, Eier, ZitrusfrĂĽchte, Kiwis, Paprika StĂĽck
Wurst, Schinken, Käse, Schokolade, Gewürze 100 g
Kosmetik, Marmelade, Konserven 100 g / 100 ml
Bier 0,5 l
Wasch- und Reinigungsmittel pro Waschgang

Es gibt gesetzliche Ausnahmen von der Grundpreispflicht: Kleine Unternehmen mit weniger als 9 Beschäftigten und unter 250 m² Verkaufsfläche sind laut §§ 10a–10c PrAG befreit. Ebenso entfällt die Grundpreisauszeichnung bei Produkten unter 20 g oder 20 ml, bei zubereiteten Speisen, bei Waren auf Gelegenheitsmärkten und bei Sortimentspackungen mit verschiedenen Produkten.

⚠️ Achtung: Die Befreiung für Kleinbetriebe gilt nur für den Grundpreis — der Verkaufspreis muss in jedem Fall ausgezeichnet sein.

Was bei Dienstleistungen gilt

Bei Dienstleistungen erfolgt die Preisauszeichnung in Österreich grundsätzlich über Preisverzeichnisse statt über Etiketten. Das PrAG verlangt, dass typische Leistungen mit Preisen ausgehängt werden — im Geschäftslokal und, je nach Branche, auch von außen sichtbar.

Im Preisverzeichnis muss entweder der Preis fĂĽr die Gesamtleistung oder der Preis pro Leistungseinheit (z. B. Arbeitsstunde) stehen. Fallen Wegekosten an, sind diese getrennt vom eigentlichen Leistungspreis auszuweisen. Ebenso sind Mindestarbeitszeiten, Mindestwegzeiten und unterschiedliche Preise je nach Qualifikation des Personals kenntlich zu machen.

Betroffen sind unter anderem Friseur:innen, Optiker:innen, Schneider:innen, Kfz-Werkstätten, Fitnessstudios, Bestattungsunternehmen, Reinigungsbetriebe und viele weitere Dienstleistungsberufe.

👉 Beispiel — Preisverzeichnis Friseursalon:

  • Damenhaarschnitt (waschen, schneiden, föhnen): 48,00 €
  • Herrenhaarschnitt: 28,00 €
  • Wegekosten bei Hausbesuch: 15,00 € pauschal
  • Alle Preise inkl. 20 % USt

💡 Hinweis: Das Preisverzeichnis muss auch Leistungen umfassen, die du nicht ständig anbietest — entscheidend ist, ob die Leistung zu deinem typischen Angebot gehört.

Sonderfall Gastgewerbe: Speisekarte, Getränkekarte und Eingangsaushang

Im Gastgewerbe gelten laut PrAG eigene Vorschriften. Die wichtigste Regel: Speise- und Getränkekarten müssen Gästen in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen — und zwar vor der Bestellung. Auf Verlangen sind sie auch bei der Abrechnung vorzulegen.

Wer regelmäßig warme Speisen anbietet, muss zusätzlich ein Preisverzeichnis beim Eingang anbringen, das von außen lesbar ist. So können sich Gäste schon vor dem Betreten des Lokals über die Preise informieren.

Kleinere Betriebe dürfen statt gedruckter Karten ein gut sichtbares Preisverzeichnis im Gastraum aushängen — etwa als Tafel oder Aushang an der Wand.

Bei Selbstbedienungsbetrieben gelten die Regeln für sichtbar ausgestellte Waren: Preise müssen direkt bei den Speisen und Getränken erkennbar sein, ergänzt durch eine Preisliste für nicht sichtbare Angebote.

Für Beherbergungsbetriebe gilt zusätzlich: Die Preise der Standardzimmerkategorien müssen im Eingangsbereich sichtbar ausgehängt sein.

Gastro-Checkliste — Diese Preisangaben brauchst du im Lokal:

✅ Speise- und Getränkekarte vor der Bestellung verfügbar

âś… Preisverzeichnis beim Eingang (bei warmen Speisen)

✅ Alle Preise inklusive USt und Zuschläge

âś… Beherbergung: Zimmerpreise im Eingangsbereich

✅ Kein Gast darf einen höheren als den ausgezeichneten Preis bezahlen

Preisermäßigungen und falsche Preisauszeichnung: Was bei Rabatten gilt

Wer mit Preisermäßigungen wirbt, muss sich in Österreich seit 2022 an die sogenannte 30-Tage-Regel halten. Sie besagt: Der Bezugspreis, auf den sich eine Ermäßigung bezieht, muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage im jeweiligen Vertriebskanal sein. Online-Shop und Filiale gelten dabei als getrennte Vertriebskanäle.

Diese Regel gilt für Prozentangaben ebenso wie für Statt-Preise. Auch der Verweis auf eine unverbindliche Preisempfehlung (UVP) ist nur dann zulässig, wenn er nicht irreführend wirkt. Schrittweise Preisermäßigungen beziehen sich immer auf den ursprünglichen 30-Tage-Referenzpreis — nicht auf den bereits reduzierten Zwischenpreis.

👉 Beispiel: Ein Pullover kostet seit 6 Wochen 80 €. Letzte Woche wurde er auf 90 € erhöht. Jetzt wird mit „minus 30 %" geworben. Referenzpreis ist nicht 90 €, sondern der niedrigste Preis der letzten 30 Tage — in diesem Fall 80 €. Der ermäßigte Preis muss also 56 € betragen, nicht 63 €.

Falscher Regalpreis — welcher Preis gilt?

Ein häufiges Praxisproblem: An der Kassa wird ein höherer Betrag verrechnet als am Regal ausgezeichnet. Das ist grundsätzlich ein Verstoß gegen das Preisauszeichnungsgesetz Österreich und kann von der Bezirksverwaltungsbehörde geahndet werden. Allerdings haben Kund:innen nach herrschender Rechtsauffassung keinen automatischen Anspruch darauf, die Ware zum niedrigeren Regalpreis zu kaufen — die Preisauszeichnung im Regal gilt im Regelfall nicht als verbindliches Angebot im rechtlichen Sinn. Kund:innen können aber vom Kauf zurücktreten. Für den Betrieb bleibt in jedem Fall eine Korrekturpflicht — und bei wiederholten Verstößen steigt das Risiko behördlicher Maßnahmen.

Kontrolle, Beschwerden und Strafen bei Verstößen

Verstöße gegen die Preisauszeichnung sind nach dem PrAG Verwaltungsübertretungen. Zuständig für Überwachung und Bestrafung sind die Bezirksverwaltungsbehörden (Bezirkshauptmannschaften bzw. Magistrate). Bei Verstößen können Geldstrafen von bis zu 1.450 Euro verhängt werden. Besonders problematisch ist es, einen höheren als den ausgezeichneten Preis zu verlangen.

In der Praxis ist für Unternehmer:innen aber oft weniger die Strafhöhe das Thema, sondern der mögliche Vertrauensverlust bei Kund:innen. Falsche oder fehlende Preise wirken unseriös — gerade in der Gastronomie oder im Einzelhandel, wo Kund:innen viele Alternativen haben. Konsument:innen können eine falsche Preisauszeichnung in Österreich bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder bei Konsumentenschutzstellen melden.

So vermeidest du Verstöße:

✅ Preise regelmäßig auf Aktualität prüfen

âś… Kassensystem und Regalpreise abgleichen

âś… Rabattaktionen intern dokumentieren (30-Tage-Referenzpreis festhalten)

✅ Preisverzeichnisse bei Angebotsänderungen sofort aktualisieren

Häufige Fragen

Muss jeder Betrieb in Ă–sterreich Preise auszeichnen?

Grundsätzlich ja — das Preisauszeichnungsgesetz Österreich gilt für alle Unternehmen, die Waren oder bestimmte Leistungen gegenüber Konsument:innen anbieten. Betroffen sind Handel, Gastronomie, Dienstleister wie Friseur:innen oder Werkstätten und viele weitere Branchen. Ausnahmen gibt es im Regelfall nur für reine B2B-Geschäfte und für Leistungen, die nicht unter die auszeichnungspflichtigen Kategorien fallen. Auch Kleinbetriebe müssen den Verkaufspreis auszeichnen — sie sind lediglich von der Grundpreispflicht befreit.

Gilt die Preisauszeichnung auch im Online-Shop?

Ja. Wer Waren oder Leistungen online an Konsument:innen anbietet, unterliegt denselben Grundregeln: Bruttopreis, gegebenenfalls Grundpreis und transparente Preisangabe. Auch bei Rabattaktionen im Online-Shop gilt die 30-Tage-Regel. Dabei wird der Online-Shop als eigener Vertriebskanal behandelt — der Referenzpreis kann sich also vom Filialpreis unterscheiden.

Welcher Preis gilt bei falscher Preisauszeichnung — Regal oder Kassa?

Ein häufiges Missverständnis: Kund:innen haben bei einem falsch ausgezeichneten Regalpreis nach herrschender Rechtsauffassung nicht automatisch Anspruch auf den günstigeren Preis. Die Preisauszeichnung gilt im Regelfall nicht als verbindliches Angebot im rechtlichen Sinn. Kund:innen können aber vom Kauf zurücktreten, wenn der tatsächliche Preis höher ist als erwartet. Für den Betrieb bleibt der Verstoß trotzdem relevant — die Bezirksverwaltungsbehörde kann eine Geldstrafe verhängen.

Wann muss ich einen Grundpreis angeben?

Der Grundpreis ist grundsätzlich bei allen Waren Pflicht, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden — also bei den meisten Lebensmitteln, Reinigungsmitteln und Kosmetikprodukten. Ausgenommen sind unter anderem Betriebe mit weniger als 9 Beschäftigten und unter 250 m² Verkaufsfläche, Produkte unter 20 g/ml sowie zubereitete Speisen. Mehr dazu findest du im Abschnitt zur Grundpreisauszeichnung weiter oben.

Was gilt bei Rabattaktionen und Prozentwerbung?

Seit 2022 gilt in Österreich: Wer mit Preisermäßigungen wirbt, muss den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage im jeweiligen Vertriebskanal als Bezugspreis verwenden. Das betrifft Prozentangaben, Statt-Preise und ähnliche Werbeformen. Ausgenommen sind unter anderem rasch verderbliche Waren und echte personalisierte Angebote. Details und ein Rechenbeispiel findest du im Abschnitt zu Preisermäßigungen.

Christian
Christian
GrĂĽnder von shoperate

Die Preisauszeichnung in Österreich betrifft praktisch jeden Betrieb, der Waren oder Leistungen an Konsument:innen verkauft. Die Grundregel ist einfach: Bruttopreise müssen sichtbar, lesbar und dem richtigen Produkt oder der richtigen Leistung zuordenbar sein. Bei vielen Waren kommt der Grundpreis dazu, bei Dienstleistungen ein Preisverzeichnis und im Gastgewerbe gelten eigene Regeln für Speisekarten und Eingangsaushänge.

Besonders wichtig seit 2022: Wer mit Rabatten wirbt, muss die 30-Tage-Regel einhalten und den niedrigsten Preis des letzten Monats als Referenz verwenden. Und bei einem falschen Regalpreis droht nicht nur eine Geldstrafe — auch das Vertrauen der Kund:innen kann Schaden nehmen.

Wer seine Preise regelmäßig prüft, Kassensystem und Regalpreise abgleicht und Aktionen sauber dokumentiert, ist auf der sicheren Seite.

lg Christian und das Team von shoperate

shoperate | Die smarte Registrierkasse
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Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafĂĽr aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

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